Donnerstag, 28. Mai 2020, 15:00 - 17:00, Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Solidarität hielt sie am Leben

Erinnerung an die sorbische Sozialistin Maria Grollmuß (1886-1944)

Rendezvous

Sie hatte einen klaren, klugen Kopf, aber die ungeschicktesten Hände. Ohne die Solidarität ihrer Kameradinnen hätte die Sorbin Maria Grollmuß im KZ Ravensbrück keine zehn Tage überlebt. Zum Appell trugen sie ihr Jacke und Kopftuch nach. In den Arbeitskommandos übernahmen Mithäftlinge die Arbeit, die Maria nicht schaffte. Sie dankte ihnen auf ihre Weise: Als eine „lebende Volkshochschule“ lehrte sie Geschichte, Literatur, Politik. Das war ihr Beitrag zum Überleben.

Doch Maria war es nicht vergönnt, die Befreiung vom Faschismus zu erleben. Am 6. August 1944, noch nicht einmal 50 Jahre alt, endete das Leben der gläubigen Internationalistin. Am 24. April 1886 in Leipzig in die Familie des Direktors der 1. Katholischen Bürgerschule geboren, wird die Novemberrevolution von 1918 Marias politisches Schlüsselerlebnis. Sie wird Mitbegründerin des Sozialistischen Studentenbundes und der Sorbischen Studentenvereinigung Wita. Zu den Wahlen 1932 ist sie Kandidatin der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP). Der Machtantritt der Faschisten zwingt Maria zu illegaler Tätigkeit bis zu ihrer Verhaftung 1934, verurteilt zu 6 Jahren Zuchthaus. 1941 beginnt ihr Leidensweg im KZ Ravensbrück.

Referent: Peter Wittig 
Moderation: Karlen Vesper

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin