Diesmal lesen wir Viktor Pelewin: Omom hinterm Mond (1992). Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
Hartmut König, Jahrgang 1947, Mitbegründer der ersten deutschsprachigen DDR-Beatband TEAM 4 und des "Oktoberklubs", Autor und Komponist zahlreicher Lieder ("Sag mir, wo du stehst", Songtexte für den DEFA-Film "Heißer Sommer"), später stellvertretender Kulturminister der DDR, stellt in seinem Programm "Schön ist der Frieden, wenn du seiner sicher bist" neue und alte Lieder vor und liest aus seinen Büchern, u.a. aus "Stalin, Dulles und der Galgen in Prag."
Der belarussisch-sowjetische Schriftsteller, Literaturkritiker, Publizist und Menschenrechtler Ales Adamowitsch (1927–1994) gehörte zu den Mitgründern der Menschenrechtsorganisation Memorial und setzte sich bis zu seinem Tod 1994 aktiv für eine demokratische Wende und für eine Aufarbeitung der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ein. Im Vortrag werden einige von Adamowitschs wichtigsten Büchern vorgestellt und es wird auf seine menschenrechtliche Tätigkeit eingegangen.
Ein Gespräch von (ehemaligen) Insidern: Wie erlebten Botschaftsmitarbeiter aus der Bundesrepublik und der DDR den Kalten Krieg in den 1980er Jahren, den Herbst 1989 und den Abzug der Sowjetarmee in den Neunzigern? Darüber tauschen sich am 22. April zwei unmittelbar beteiligte Zeitzeugen bei uns aus, Walter Stechel (BRD-Diplomat) und Oswald Schneidratus (DDR-Diplomat).
Wir laden alle Kunstinteressierten an diesem Sonntagnachmittag zu einer "Offenen Galerie" bei Kunst, Kaffee und Kuchen ein. Mit der Künstlerin Erna Tober und dem Pianisten Stephan Noel Lang.
Rainer Land wird ein über 1000 Seiten starkes Buch vorstellen, das zurzeit in der Diskussion ist: Sven Beckerts Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution. Beckert legt darin einen neuen, weitreichenden Ansatz zum Verständnis des Kapitalismus vor.
Katalin Gennburg ist Bundestagsabgeordnete für Die Linke und war zuvor neun Jahre im Berliner Abgeordnetenhaus für die Themen Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt zuständig. Sie gilt als Expertin ihrer Disziplin und verrät in der Veranstaltung, worauf es dieses Jahr ankommt in Berlin!
Mit dem dritten „Revolutions“-Band der MEGA² I/9 liegen nunmehr alle Arbeiten von Marx und Engels aus der Revolution von 1848/49 vor. Es sind überwiegend ihre Artikel aus der „Neuen Rheinischen Zeitung“, die vom Chefredakteur Karl Marx geleitet wurde. Mit einer Vielzahl von identifizierten neuen Artikeln und Dokumenten, darunter das persönliche Exemplar von Marx, kann ein differenzierterer Einblick in das über Deutschland hinaus bekannte „Organ der Demokratie“ vorgelegt werden. Das aktive Wirken in der Revolution hat nachhaltig Einfluss auf ihre späteren Arbeiten genommen. Referent Dr. François Melis
Der Schauspieler Curt Bois war in den 1920er Jahren ein gefragter Schauspieler und musste im NS Deutschland verlassen. In Hollywood konnte er sich in Nebenrollen beweisen. 1950 kehrte er zurück und spielte bei Brecht am BE. 1954 ging er 1954 in den Westen, blieb aber vehementer Antifaschist. Er spielte große Rollen, konnte 1988 den Europäischen Filmpreis für Wim Wenders´ „Der Himmel über Berlin" entgegennehmen. Er starb mit 91 Jahren. Am 5. April ist sein 125. Geburtstag. F.-B. Habel stellt Bois vor.
Der sowjetische Kulturoffizier Sergej Tulpanow hat den Deutschen nach 1945 geholfen, sich vom faschistischen Ungeist zu befreien und zurückzufinden zu ihrem reichhaltigen humanistischen Erbe. Die Berliner Historikerin Inge Pardon, die in den 1970er Jahren in Leningrad bei Tulpanow promovierte, stellt die gemeinsam mit ihrem Mann Michael verfasste erste Biografie eines außergewöhnlichen Mannes vor, der seinen Idealen trotz vieler persönlicher Schicksalsschläge treu blieb.
Der Generaloberst der Roten Armee Nikolai Bersarin hatte nach schweren Kämpfen seiner 5. Stoßarmee gegen die sich aufbäumenden Faschisten am 21. April 1945 als erster sowjetischer Verband im Osten Berlins die Stadtgrenze erreicht. Bersarins Armee eroberte danach das Regierungszentrum mit der Reichskanzlei und war auch an der Einnahme des Reichstages beteiligt. Am 24. April ernannte Marschall Schukow ihn zum ersten Stadtkommandanten und Chef der Sowjetischen Garnison in Berlin.
Ende 1941 wurde in der Sowjetunion das Jüdische Antifaschistische Komitee (JAK) ins Leben gerufen. In Amerika, England und Palästina sind im Ergebnis der Reisen von Leitungsmitgliedern des JAK Hunderte Hilfskomitees für die Sowjetunion in der Kriegszeit gegründet worden. Ca. 45 Millionen US-Dollar wurden im Westen für die Rote Armee gesammelt. Das JAK mit Sitz in Moskau entwickelte sich zu einem lebendigen jüdischen Treffpunkt und Zentrum des Kampfes gegen eine zunehmende Toleranz des Antisemitismus, weiß Arno Lustiger, Verfasser des „Rotbuch. Stalin und die Juden“ zu berichten. Dr. Wladislaw Hedeler zeichnet im Vortrag die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des JAK sowie die Schicksale seiner Führungsmitglieder nach.
Der Begriff Leseland ist noch immer in der Debatte um eine „Ostidentität“ präsent. Mit Sicherheit gehört zum Leseland, dass es vom Kind bis zur Großmutter kaum Lebens- und Arbeitsbereiche gab, in denen Bücher keine wertvollen Geschenke waren. Auffällig viele Widmungen gab es in den 60er und 70er Jahren im Zusammenhang mit „volkseigenen Betrieben und Arbeitskollektiven". Erkennbar auch, dass Schriftsteller und Leser in besonderer Weise einander gebraucht haben. Lesung und Gespräch mit der Buchautorin Edeltraut Felfe
Mit der Wahl von Ada Colau zur Bürgermeisterin von Barcelona im Jahr 2015 wurde die Stadt zu einem internationalen Bezugspunkt progressiver Stadtpolitik. Maßgeblich geprägt wurde diese Entwicklung durch das Projekt der Bewegungspartei Barcelona en Comú, die bis 2023 die lokale Regierung stellte. Die Veranstaltung gibt Einblicke in den Ansatz des neuen Munizipalismus sowie in zentrale Konzepte, wie etwa lokale Demokratie, Commons und die Verbindung von sozialen Bewegungen und institutioneller Politik.
Im Berufssport spiegel sich die jeweilige Gesellschaftsgeschichte wieder. Dieses gilt auch für den Boxsport. Die Geschichte des deutschen Berufsboxens erzählt der Sportjournalist Martin Krauß
Diesmal lesen wir "Alte Freunde", ein Roman aus dem Jahr 2003 von Rafael Chirbes. Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
Im Auftrag der Erben und gefördert durch das deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg erforschte Ulrich Weitz das Schicksal der legendären Kunstsammlung des Kommunisten Eduard Fuchs (1870-1940). Fuchs-Biograf Weitz erzählt in seinem Vortrag von der Beschlagnahmung des Museums Fuchs in Berlin-Zehlendorf durch die Gestapo ...
Vermutlich hat kein Songwriter des 20. und 21. Jahrhunderts bei Intellektuellen und Philosophen so viel Aufmerksamkeit erregt wie Bob Dylan. Obwohl er im strikten Sinne weder ein Intellektueller noch ein Philosoph ist, kann man durchaus von einer Dylan’schen Songphilosophie sprechen. Jenseits der strikten ...
Am 22. Mai gibt es letztmalig die Möglichkeit, im Rahmen einer Finissage die Arbeiten von Erna Tober zu sehen. Die Künstlerin erwartet Sie ab 17:00 Uhr bei Fingerfood, Getränken und Gesprächen über Kunst. Die Künstlerin und das Galerieteam freuen sich über Ihren Besuch.
Mit Günter Jordan, Matthias Oehme und Stefanie Eckert
Gespräch mit Jürgen Tatzkow über seinen Vater
Zwischen 1964 und 1973 entstand rund um den Alexanderplatz das Hochhausensemble der DDR-Moderne. Derzeit werden dort unter ganz anderen gesellschaftlichen Vorausetzungen neue Hochhäuser gebaut. Rundgang mit Katrin Lompscher & Christoph Trautvetter.
Wir starten um 9:30 Uhr am Ostbahnhof und fahren nach Eberswalde. Dort beginnen wir gegen 10:30 Uhr am Synagogendenkmal mit einem historischen Stadtrundgang. Nach einem Mittagsimbiss werden wir beide jüdischen Friedhöfe besuchen und anschließend nach Finow fahren, um an Führungen im Finower Wasserturm und durch die Messingwerksiedlung teilzunehmen. Diese Siedlung ist eng mit der jüdischen Unternehmerfamilie Hirsch und mit der Industriegeschichte der Region verbunden. mit Ellen Grünwald, Anke-Geißler-Grünberg
Was haben gegenwärtige Berliner Post-Punk Bands gemeinsam mit Friedrich Nietzsche, Simone Weil, Hannah Arendt und Maurice Merleau-Ponty? Was haben Dialektischer Materialismus, Francis Fukuyama, kommerzielle Pop Musik und Big Tech gemeinsam? Der performative Vortrag untersucht zwei trans-epochale Konstellationen und wie sie zueinander stehen ...
Die Tour ist derzeit ausgebucht. Interessierte können sich in die Warteliste eintragen und erhalten eine Info, falls Plätze frei werden.
Diesmal lesen wir einen Roman des irischen Autors Paul Lynch. Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
Eva Maria Kohl stellt die Arbeitsweise und das Leben der Kinderbuchillustratorin, Künsterlin und Karikaturistin Elizabeth Shaw vor.
Lutz van Dijk blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das ihn über New York, Hamburg, Amsterdam und Jerusalem bis nach Kapstadt führte. In seiner politischen Autobiografie beschreibt er u.a. seine Anfänge in der Friedensbewegung, seinen Einsatz gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten sowie seine Arbeit als Journalist, Historiker und Pädagoge. In Südafrika gründete er mit seinem Mann ein Haus für Straßenkinder in Kapstadt, das 2002 von Erzbischof Tutu eröffnet wurde. In der Veranstaltung spricht er mit Petra Pau über sein Leben.