Dienstag, 17. März 2020, 19:00 - 21:00, Südblock/Aquarium, Skalitzerstr. 6, 10999 Berlin

WIRD VERSCHOBEN: Barrikaden am Kotti: Der Widerstand gegen den Kapp-Putsch

100 Jahre Generalstreik und Aufstände gegen den ersten rechtsradikalen Putsch in der deutschen Geschichte

Geschichte

Bernd Langer "Barrikade am Kottbusser Tor"

Alle Teilnehmenden werden gebeten, ihre Kontaktdaten an der Abendkasse zu hinterlegen. Gegebenenfalls wird die Veranstaltung in Form eines Spazierganges nach draußen verlegt. Bitte schauen Sie kurz vor der Veranstaltung noch einmal auf unsere Homepage. Falls der Termin kurzfristig abgesagt wird, informieren wir dort umgehend darüber

März 1920, der Erste Weltkrieg ist sein eineinhalb Jahren vorbei. Insbesondere im Deutschen Reich, wo die Novemberrevolution 1918 die Hohenzollernmonarchie hinweggefegt hat, sind die Verhältnisse keineswegs gesichert. Zwar wurden das allgemeine Wahlrecht – und damit auch das Frauenwahlrecht –, der Achtstundentag und andere soziale Forderungen umgesetzt, aber die sozialdemokratisch geführte Regierung führt die versprochene Sozialisierung von Industrie und Großgrundbesitz nicht durch. Vor allem aber sind durch den Einsatz von Freikorps gegen revolutionäre Aufstände 1919 reaktionäre Strukturen im Militär wiederbelebt worden. Dadurch kommt es am 13. März 1920 zum Kapp-Lüttwitz-Putsch gegen die Republik. Doch die Mehrheit der Bevölkerung kämpft für deren Fortbestand. Es kommt zum größten Generalstreik in der deutschen Geschichte. Dem politischen Willen von zwölf Millionen Streikenden haben die Putschisten nichts entgegenzusetzen, der Staatsstreich bricht am 17. März zusammen. Allerdings bleibt die Lage unübersichtlich. Da aufgrund des Generalstreiks keine Zeitungen erscheinen und bestenfalls Flugblätter kursieren, zudem von Parteien und Gewerkschaften gegenteilige Aufrufe herausgegeben werden, ist nicht klar, ob und wann der Putsch wirklich am Ende ist und der Streik zu beenden ist. Gerüchte und Stimmungen werden zu Grundlagen für Handlungen. Vielerorts finden auch bewaffnete Auseinandersetzungen statt. In diesem Zusammenhang kommt es vom 17. bis 19. März in Berlin, Köpenick, Spandau und Hennigsdorf zu blutigen Konfrontationen und Kämpfen. Der Vortrag wird, evtl. mit einem kleinen Ausflug, auch auf die Situation unmittelbar vor Ort eingehen: am Kottbusser Tor und der Admiralsbrücke.

Referent: Bernd Langer, Autor u.a. von Deutschland 1919–1920. Kapp-Putsch und antifaschistischer Widerstand (erscheint im Unrast Verlag).

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Südblock/Aquarium
Skalitzerstr. 6
10999 Berlin