Dienstag, 22. September 2020, 19:00 - 21:00, //:about blank, Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin

Infoabend zur Gates-Stiftung, der WHO und Gönnertum im globalen Gesundheitsbereich

Fakten und linke Kritik an Philantrophie statt Verschwörungsmythen

Junge Panke

Ausgebucht

Bill Gates bei der WHO Versammlung im Mai 2011

Mehrere zehntausend Teilnehmende gehen zu Demonstrationen, auf denen die Gefahren des neuartigen Corona-Virus geleugnet bzw. verharmlost werden. Verschwörungsmythen aller Schattierungen werden dort verbreitet. Oft wird dabei auf das Wirken der „Gates Stiftung“ (mit vollem Namen „Bill and Melinda Gates Foundation“ (BMGF) und ihres Einflusses in der globalen Gesundheitspolitik verwiesen. Die Stiftung wolle in erster Linie Angst machen vor dem Corona-Virus und damit ein weltweites Zwangsimpfungsprogramm über die WHO installieren, so die populäre Verschwörungserzählung, die dann noch mit der jeweils eigenen (rechten) Agenda angereichert wird.
Wie jeder erfolgreiche Verschwörungsmythos setzt auch dieser an einer ernstzunehmenden Kritik an, um sie dann in eine wahnhafte Verschwörung zu verzerren. Ja, es gibt diese Stiftung und ja, sie hat erheblichen Einfluss auf die globale Gesundheitsforschung und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und somit darauf, wie und welche Krankheiten weltweit bekämpft werden. Nach dem durch Trump erklärten Ausscheiden der USA aus der WHO könnte die Gates-Stiftung zum größten Finanzier der Weltgesundheitsorganisation aufsteigen. Sie gibt dann mehr Geld als jeder einzelne der Mitgliedsstaaten der WHO oder andere Geber. Da stellt sich zu Recht die Frage nach ihrem Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen und nach der Unabhängigkeit der WHO. Denn die Finanzierungslage der Weltgesundheitsorganisation (wie auch der UN-Organisationen insgesamt) ist seit Jahren mehr als prekär. Vor dem Ausbruch des Corona-Virus interessierte dieses allerdings nur eine Fachöffentlichkeit in Deutschland.

Die Gates Stiftung reizt also zum Widerspruch, hat aber auch ihre Unterstützer*innen : Die einen sehen dahinter die beschriebenen Weltbeherrschungs-Pläne des Microsoft-Gründers Bill Gates. Die anderen verstehen nicht, was die „#COVIDioten“ für ein Problem mit dem doch per sé guten Engagement des Philanthropen und Tech-Milliardärs für globale Impfprogramme und die wichtige WHO haben.

Wir haben uns den Arzt und Referent für globale ­Gesundheitspolitik von Medico international Dr. Andreas Wulf eingeladen, uns die Geschichte und Arbeitsweise der Bill and Melinda Gates Foundation sowie der WHO zu referieren sowie darzustellen was daran zu kritisieren ist, wenn gutmeinende Milliardäre und ihre am Aktienmarkt spekulierenden Stiftungen Weltprobleme mit Technologie und Unternehmergeist lösen wollen.

Dieser Informationsabend findet im Gartenbereich des //:about blank statt. Bei Regen nutzen wir das dortige Zelt, bei dem Seitenwände herausgenommen wurden. Aufgrund des Infektionsschutz können wir nur eine bestimmte Anzahl an Teilnehmenden hereinlassen, wir bitten daher um eine Anmeldung.

Kosten: 2,00/ 1,00 Euro

Ausgebucht

Wo?

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