Mittwoch, 29. Januar 2020, 20:00 - 22:00, SO36, Oranienstraße 190, 10999 Berlin

Podium: Neue Wege in der Drogenpolitik – Beispielsweise so wie in Portugal?

Linke Metropolenpolitik

Diese Rauschmittel werden alle in Berlin genommen. Bald auf eine vernünftige Art und Weise.

Die Berichterstattung über eine neue "Kokainepidemie" und "Kokstaxis", die größere Sichtbarkeit von Heroinkonsum im öffentlichen Raum oder der mediale Dauerbrenner "Görli" haben den staatlichen Umgang mit Drogen (mal wieder) ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Anders als bei den vielen Diskussionen der Jahre zuvor werden diesmal aber Stimmen, die Drogengebrauch und -sucht als gesundheitspolitisches Thema und nicht als Kriminalitätsfeld sehen, hörbarer. Sogar aus der Polizei gibt es Stimmen, die Kleinstmengen von sogenannten "harten Drogen" nicht mehr strafrechtlich verfolgen wollen.
Es tut sich aber nicht nur diskursiv etwas: Das Berliner "Drug Checking"-Programm ist angelaufen, Abschaffung der Null-Toleranz-Zone im Görli, es gibt neue Programme, um die gesundheitlichen Schäden von Drogen durch Aufklärungsarbeit zu minimieren. Zudem sind neue Druckräume entstanden und sollen entstehen. Ein Antrag für ein Modellprojekt zu Cannabis ist eingereicht worden. Ein Projekt zur Anwendung von Naloxon zur Verhinderung von Drogentoten soll auf den Weg gebracht werden.

Wenn über einen anderen Umgang mit Drogen geredet wird, fällt oft das Beispiel Portugal. Hier ist seit 2001 ein Drogen-User kein Fall mehr für die Polizei. Der Besitz von geringen Mengen ist keine Straftat mehr, sondern nur noch eine Ordnungswidrigkeit. Besitz und Konsum von zehn Tagesrationen gilt als "okay" und wird strafrechtlich nicht mehr verfolgt. Die Rationen sind zudem üppig berechnet. Ergebnis des Wandels der portugiesischen Drogenpolitik ist ein Rückgang der Abhängigkeit.

Wir freuen uns, dass mit Ricardo Fuertes ein bekannter Praktiker aus der Drogenhilfe Lissabon zugesagt hat, auf unserem Podium Platz zu nehmen. Er wird den mittlerweile zwanzig Jahre alten anderen Weg der portugiesischen Drogenpolitik vorstellen, seine Arbeit vor Ort erläutern und uns erklären, was seiner Meinung nach auch in Portugal noch besser laufen könnte.

Über die Frage, ob die portugiesischen Verhältnisse übertragbar sind und ob eine vergleichbare Dekriminalisierung auch für Deutschland zu ähnlichen Ergebnissen führen würde, wollen wir mit Astrid Leicht von Fixpunkt e. V. und Heike Drees  vom Referat Suchthilfe, HIV/Aids, Gesundheit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin sprechen.

Welche politischen Hürden noch überwunden werden müssen, fragen wir an diesem Abend Niklas Schrader, drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

Moderation: Fabian Kunow

Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20 Uhr

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Helle Panke e. V. - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin und Rosa-Luxemburg-Stiftung - Büro Brüssel

 

Kosten: 2,00 Euro / erm. 1,00 Euro

Wo?

SO36
Oranienstraße 190
10999 Berlin