Montag, 4. November 2019, 19:00 - 21:00, Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Individueller Terror – Georg Elser und die Linke

Zum 80. Jahrestag des Hitler-Attentats

Geschichte

Der Hitlerattentäter Georg Elser (1903-1945) war ein kommunistisch orientierter Arbeiter, der Adolf Hitler mit einem selbst gebauten Sprengsatz im November 1939 fast um sein Leben brachte. Zum unbestrittenen Helden des deutschen Antifaschismus schaffte es der autodidaktische Bombenleger aber nie. Stattdessen überlagerten sich seit der „glückliche[n] Errettung Adolf Hitlers aus der Lebensgefahr“ (O-Ton sowjetische Regierung) nazistische und antifaschistische Verschwörungstheorien, bis in den späten 1960er Jahren die Alleintäterschaft des schwäbischen Handwerkers nachgewiesen wurde. Es war wohlgemerkt nicht Willy Brandt, sondern Helmut Kohl, der das „Bürgerbräu-Attentat“ erstmals regierungsoffiziell würdigte. Die außerparlamentarische „Neue Linke“ der Bundesrepublik blieb im „roten Jahrzehnt“ still. Und auch die DDR tat sich bis zuletzt schwer damit, dem Einzeltäter einen Platz in der Geschichtsschreibung des deutschen Widerstands einzuräumen.

Der Vortrag wirft einen Blick auf die ideologischen und politischen Hindernisse, die es der Linken in Ost und West schwer machten, Georg Elsers Leistung anzuerkennen.

 

Referent: Matheus Hagedorny studierte Philosophie, Neuere Geschichte und Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn. Er ist Autor des Buches Georg Elser in Deutschland, das im ca ira Verlag erscheinen wird.

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin