Dienstag, 13. November 2012, 19:00, Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Auf dem Weg zum geregelten Nebeneinander

Vor 40 Jahren schlossen BRD und DDR den Grundlagenvertrag (21.12.1972)

Podium

Die heute verbreitete Euphorie über eine deutsche "Wiedervereinigung" soll vergessen machen, dass nach den Hochjahren des Kalten Krieges Politiker beider deutscher Staaten nach einem "geregelten Nebeneinander", vielleicht gar "Miteinander" suchten. Die Anerkennung deutscher Zweistaatlichkeit war ein wichtiger Schritt zur Entschärfung der Blockkonfrontation. Und es war der Versuch einer europäischen Friedensordnung, die gegenseitige Anerkennung – wenn auch mit wichtigen Einschränkungen -, wirtschaftliche Zusammenarbeit, kulturellen Austausch und bessere humanitäre Beziehungen im geteilten Kontinent und vor allem Land bewirken sollte.
Zu den Verdiensten der Brandtschen "Neuen Ostpolitik" gehört der Verzicht auf die "Hallstein-Doktrin". Die DDR ergriff die Chance und ließ sich auf das Wagnis fast normaler deutsch-deutscher Beziehungen ein. Was sie nicht verstand, war die Notwendigkeit, sich so zu wandeln, dass weder strikte Abgrenzung noch rigoroses Grenzregime nötig waren, die DDR zu erhalten.

Referenten:

- Dr. Hans Voss, Botschafter der DDR a.D., Vorstandsmitglied im Verband für Internationale Politik und Völkerrecht e. V.: "Über den eigenen Schatten springen - wie zwei verfeindete Staaten den Weg zur Normalisierung beschritten – Überlegungen und Erfahrungen"

- Dr. Detlef Nakath, Historiker, Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.: "Der Grundlagenvertrag und die Perspektive Deutsche Einheit"

Moderation: Dr. Stefan Bollinger

Kosten: 1,50 Euro

Wo?

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin