Dienstag, 29. November 2011, 19:00, Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Wolfgang Harichs Weg in das politische Abseits

Anlässlich des 55. Jahrestages seiner Verhaftung

Geschichte

Die Verhaftung Wolfgang Harichs vor 55 Jahren, am 29. November 1956, markiert das Ende der ohnehin reduzierten politisch-philosophischen Streitkultur in der frühen DDR. Entgegen der heute vorherrschenden Sichtweise war es in der SBZ und in den ersten Jahren der DDR durchaus möglich, politisch-philosophische Themen unter Intellektuellen zu diskutieren. Auch wenn die SED mit verschiedenen Instrumentarien für eine inoffizielle Regulierung der kulturellen und philosophischen Bereiche sorgte, verschafften sich einzelne Akteure immer wieder Freiräume zum offenen Meinungsaustausch.Neben dem Umfeld Ernst Blochs in Leipzig und dem "Donnerstagskreis" um Fritz Raddatz gilt vor allem die so genannte "Gruppe Harich" als Symbol für dieses Begehren nach Diskussionsfreiheit.

Der Referent Dr. Andreas Heyer befasst sich in seinem Beitrag "Harichs Weg zu einem undogmatischen Marxismus" mit dessen Denkwegen in den Jahren vor 1956. Er zeigt, wie sich Harich in diesen Jahren vom Anhänger des Stalinismus zum undogmatischen, revisionistischen Marxisten entwickelte. Heyers Analyse der bisher wenig beachteten Frühschriften Harichs hilft, dessen Weg ins politische Abseits zu beleuchten.

Alexander Amberger thematisiert in seinem einleitenden Referat, dass sich Harich Zeit seines Lebens nie als Dissident oder Oppositioneller begriff, sondern dass ihm diese Rolle stets von außen zugeschrieben wurde - einerseits von Walter Ulbricht, andererseits von den westlichen Medien.
Kosten: 1,50 Euro

Wo?

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin