Dienstag, 13. November 2018, 10:00 bis 12:00 Uhr in Berlin

Kriminalpolitik und Kriminalistik

Seniorenklub im Karl-Liebknecht-Haus

„Recht, das war etwas, das man zum Nutzen des Gewinns oder der Macht handhabte“ Raymond Chandler (1888-1959).

Ausgehend von der Frage, was Kriminalität eigentlich darstellt, wird der sog. Kampf gegen die Kriminalität in Theorie und Praxis seit 1990 kritisch unter die Lupe genommen, ohne die Rolle des Rechts, insbesondere des Strafrechts, auszusparen. Dabei geht es ebenso um abenteuerliche juristische-Konstruktionen, die geschmiedet werden, um Verantwortliche in Politik und Wirtschaft nicht zu bestrafen oder politische Gegner sowie anderweitig in Misskredit geratene Bürger verurteilen zu können.

Die Kriminalitätsbekämpfung kann nur erfolgreich sein, wenn gut ausgebildete Kriminalisten zum Einsatz kommen. Deshalb wird auf die Abwicklung der wissenschaftlichen DDR-Kriminalistik eingegangen – und auf die Folgen, die dadurch heute entstanden sind. Vor allen Dingen die Einheitspolizeiausbildung in Berlin und Brandenburg und in vielen anderen Bundesländern (es werden allgemein Polizisten ausgebildet ohne Spezialisierung, die flexibel eingesetzt werden können) dient im Grunde nur dem Niedergang der Kriminalistik.

Auch die Wissenschaft Kriminologie wird beleuchtet, die die Ursachen von Kriminalität erforscht und die einen absoluten Tiefpunkt erreicht hat: Soziale Ursachen werden ausgeblendet. Dafür gibt es abstruse Erklärungen, z.B. dass in der DDR Kleinkinder viel zu früh zwangsweise auf den Topf gesetzt wurden, was sie später zu Nazis werden ließ (Prof. Christian Pfeiffer, Hannover).

Schließlich werden interessante Kriminalfälle dargestellt, die die oben genannten Thesen unterstreichen.

Referent: Prof. Dr. Frank-Rainer Schurich
Moderation: Christian Beyer

Kosten: 2,00 Euro

Veranstaltungsort:

Karl-Liebknecht-Haus
Kleine Alexanderstr. 28
10178 Berlin
Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke