Donnerstag, 13. Januar 2022, 19:00 - 21:00, Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Der (Nicht-)Staat "Bosnien und Herzegowina" und sein Fußball

Internationale Politik

Alexander Mennicke: Der (Nicht-)Staat "Bosnien und Herzegowina" und sein Fußball

Als Jugoslawien nach 1991 im blutigen Strudel des Nationalismus unterging, verschwand auch eine große Fußballnation. Sport spielte in der jugoslawischen Gesellschaft eine bedeutende Rolle und mit ihm der Fußball und seine Fankultur.
Welche Rolle Fußball bei der Austragung gesellschaftlicher Konflikte spielen kann, zeigten die schweren Ausschreitungen beim Fußballspiel Dynamo Zagreb gegen Roter Stern Belgrad am 13. Mai 1990. Diese Fußballkrawalle gelten als Auftakt der Staatszerfallskriege auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien.
Doch während sich die Nachbarstaaten sportlich und wirtschaftlich berappelten – die kroatische Elf um Luka Modrić schaffte 2018 sogar den Finaleinzug bei der WM in Russland –, ist in Bosnien und Herzegowina die Situation nicht nur politisch seit dem Ende des Bürgerkriegs eingefroren. In diesem Nicht-Staat, der in letzter Instanz von einem Deutschen verwaltet wird, dem „Hohen Repräsentanten“ Christian Schmidt, sind weder politisch noch ökonomisch Fortschritte festzustellen. Junge Menschen kehren seit Jahren dem Land den Rücken, während verschiedene ausländische Mächte dort ihren Einfluss ausbauen. Trotzdem wird in Bosnien und Herzegowina weiterhin Fußball gespielt und ins Stadion gegangen.

Dem gesellschaftlichen Ist-Zustand von Bosnien und Herzegowina wollen wir uns durch einen Blick in seinen Fußball und seine Fanszenen widmen. Dafür haben wir Alexander Mennicke von der Universität Leipzig eingeladen. Der Politik- und Kulturwissenschaftler ist  Kenner des postjugoslawischen Raums.

Moderation: Fabian Kunow

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
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