Montag, 4. Oktober 2021, 19:00 - 21:00, Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Zu Charakter und Ideengeschichte der Opposition in der DDR

Philosophische Gespräche

Gerd Irrlitz bei einem Vortrag in der Hellen Panke 2017

Nach der Auflösung der europäischen (real-)sozialistischen Gesellschaftsordnungen wird die politische Opposition in diesen Staaten favorisierend thematisiert, vielleicht auch, um Diskurse über rationelle Aspekte der Gesellschaften auf Basis des staatlichen Eigentums an Großindustrie und Landwirtschaft abzudrängen. Das mitunter konstruierte Geschichtsbild über die Opposition ist beispielgebend.
In den frühen Jahren der DDR gab es antisozialistische Oppositionsgruppen, später entstanden auch innersozialistisch divergierende Konzepte, vor allem für Wirtschaftssteuerung und Kulturpolitik. Von den Entscheidungen des Politbüros abweichende Meinungen wurden unter falsch verstandenem Zentralismus politisch und juridisch verfolgt.
In späteren Jahren wurden divergierende ökonomische und politische Konzepte nur im Führungskreis und da unzureichend erörtert. Im letzten Jahrzehnt der DDR bildeten sich originäre oppositionelle Gruppierungen mit eigenen politischen und ökonomischen Reformprogrammen. Die Anschlusspolitik der westdeutschen Regierung verfolgte das Ziel, diese originären Reform-Ideen, also "Opposition", vom Einfluss auf den Anschluss-Prozess der DDR fernzuhalten.
Der Vortrag reflektiert Form(en) von Opposition in der DDR und den geschichtsphilosophischen Umgang mit ihnen.    

Referent: Prof. Dr. Gerd Irrlitz Gerd Irrlitz (geboren 1935 in Leipzig, Schüler und studentischer Hilfsassistent bei Ernst Bloch, später tätig an der Akademie der Wissenschaften und der Humboldt-Universität zu Berlin, hier zuletzt von 1993 bis 2000 als Professor für Philosophische Propädeutik und Geschichte der Philosophie.)
Moderation: Dr. Alexander Amberger

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin