Samstag, 2. Mai 2009, 14:00 bis 17:00

Auf den Spuren des Weddinger Blutmai

DenkMalTour

Blutmai Die Bezeichnung geht auf den Streikaufruf der KPD vom 2. Mai 1929 zurück, in dem es hieß: "Zörgiebels Blutmai - das ist ein Stück Vorbereitung des imperialistischen Krieges! Das Gemetzel unter der Berliner Arbeiterschaft - das ist das Vorspiel für die imperialistische Massenschlächterei! "
Am Morgen des 1. Mai sammelten sich tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern Hauptsächlich in den Berliner Arbeitervierteln Wedding und Neukölln in Zügen von 50 bis 500 Menschen.
Unter dem Vorwurf, die KPD habe die Unruhen provoziert einen Aufstandsversuch unternommen und, gingen staatliche Stellen gegen die Partei und ihre Organe vor. Der Rote Frontkämpferbund wurde am 3. Mai in Preußen verboten, am 6. Mai erließ Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) ein Verbot reichsweites, 10 Uhr. Mai wurde das Verbot von der Innenministerkonferenz der Länder ausgesprochen und bis zum 14. Mai in allen Ländern verkündet. Ein Verbot der KPD wurde erwogen, aber als nicht aussichtsreich aufgegeben.
Insgesamt wurden bei den Unruhen 33 Zivilisten getötet, 198 wurden verletzt, bei der Polizei gab es 47 Verletzte (Zahlen nach Buchner, Schirmann zählt 32 Tote, andere Quellen bis zu 38). Die Behauptung der Polizei, die Demonstranten hätten mit Schusswaffen Gegenwehr geleistet, ließ sich dadurch widerlegen, dass. nachgewiesen werden konnte, dass. Der einzige Polizist mit Schussverletzung sich diese durch einen Unfall einige Tage vorher selbst beigebracht hatte. Der Munitionsverbrauch der Polizei lag nach amtlichen Angaben bei etwa 11,000 Schuss.
Eine amtliche Untersuchung der Polizeiübergriffe fand nicht statt, kein Polizist wurde angeklagt. Der Strafverteidiger Hans Litten gründete zusammen mit Alfred Döblin, Heinrich Mann und Carl von Ossietzky einen "Ausschuss zur Untersuchung der Berliner Maivorgänge", um die angeklagten Arbeiter zu unterstützen. Von den 1228 Festgenommenen stehen nur etwa jeder zehnte direkt oder indirekt mit der KPD in Verbindung , nur 89 waren Mitglieder des RFB. Es kam nur zu 43 Verurteilungen, die Summe aller Strafen Glauben sich auf etwa 10 Jahre Gefängnis, die höchste Einzelstrafe betrug 9 Monate.
Heute erinnert ein Gedenkstein auf der Walter-Röber-Brücke (Wiesenstraße) über die Panke in Berlin-Gesundbrunnen an den Weddinger Blutmai. Ursprünglicher Standort war die Kösliner Straße.

Ablauf der DenkMalTour:
14,00 bis 14,15 Uhr: Eröffnung der Ausstellung zum Weddinger Blutmai im Linkstreff eV und Einführung in das Thema
14,20 bis 16,30 Uhr: Auf den Spuren des Weddinger Blutmai
16,30 bis 17,00 Uhr: Kurzes Gedenken am Gedenkstein auf der Walter-Röber-Brücke

In Zusammenarbeit mit den NaturFreunden, Ortsgruppe Adelante

Treffpunkt: Linkstreff Wedding, Malplaquetstr. 12-13347 Wedding, U-Bhf.: Leopoldplatz (U9)

NaturFreunde, Ortsgruppe Adelante

Referent: Uwe Hiksch
Leitung: Janeta Mileva
Kosten: 1,50 Euro