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Heft 165: "Hitler treibt zum Krieg"

Krieg und Frieden im literarischen Diskurs des antifaschistischen Exils der dreißiger Jahre -- Vortrag am 18.10.2011

Von: Dieter Schiller

Heft 165:

Reihe "Pankower Vorträge", Heft 165, 2012,52 S., A5, 3 Euro plus Versand

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Inhalt

Krieg als Programm
Kampfschriften
Neue Sicht auf Krieg und Faschismus
Besichtigung der faschistischen Kriegsideologie
Der Weltkongress für den Frieden
Die Friedensparole
Propaganda als Waffe
Versuch neuer Initiativen
Dieser Friede
Erinnerung an den November 18
München und die Folgen
"Betroffen und ratlos"

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Der vorliegende Text ist die stark erweiterte Fassung eines Vortrags im Verein "Helle Panke" e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin am 18.10.2011.
In freier Form verarbeitet wurden dabei ein erster Aufriss zum Thema mit dem Titel "Antifaschismus und Friedenskampf. Schriftstelleraktivitäten gegen den imperialistischen Krieg im Umkreis der Kongresse von Paris und Brüssel" aus dem Jahr 1983, erschienen in: Weimarer Beiträge 1984/1; sowie ein unveröffentlichter Diskussionsbeitrag mit dem Titel "Dem Frieden verpflichtet. Publizistische Initiativen im Exil gegen die faschistische Kriegsdrohung", vorgetragen auf dem VIII. Historikerkongress der DDR im Januar 1989 in Berlin.

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LESEPROBE

Krieg als Programm

Schon in der ersten Nummer der kommunistisch redigierten Zeitschrift "Der Gegen-Angriff", die Ende April 1933 im Prager Exil erschien, ist zu lesen, das einzige positive Programm der Hitlerregierung heiße Aufrüstung. Und weiter: "Rüsten als Ausweg aus der Krise, heißt aber Krieg als Ausweg aus der Krise. Krieg ist der letzte Programmpunkt der hitlerschen Zirkusvorstellung."[1] Auch Heinrich Mann – der zu dieser Zeit der kommunistischen Bewegung noch mit großer Skepsis gegenüberstand[2] – hat einem Abschnitt seiner Sammlung antifaschistischer Pamphlete "Der Haß" im Herbst 1933 den Titel gegeben: "Der sichere Krieg". Denn, heißt es darin, verständlich werde die Hitler-Diktatur "allein im Hinblick auf den Krieg schlechthin". Die Vergewaltigung der deutschen Nation bedrohe deshalb auch die übrige Welt.[3]

Dass der Kampf gegen den Nazifaschismus auch Kampf gegen einen drohenden neuen Weltkrieg bedeute, war eine weitverbreitete Vorstellung unter emigrierten Schriftstellern. Doch lagen dem sehr verschiedene Auffassungen und Interessen zugrunde. So veröffentlichte – um nur dieses Beispiel zu nennen – Leopold Schwarzschild, der Herausgeber der Zeitschrift "Das Neue Tage-Buch", im Jahr 1934 ein Buch mit dem Titel "Das Ende der Illusionen". Dieses Buch wandte sich mit Vehemenz gegen die Duldung der Aufrüstung Nazideutschlands durch die westlichen Demokratien. Schwarzschild sah das demokratisch-parlamentarische Europa auf dem "Marsch zur Selbstvernichtung",[4] weil es an Illusionen festhalte – an der Illusion militärischer Überlegenheit, an der Illusion, die bürgerliche Demokratie verstehe sich von selbst, und schließlich an der Illusion, der Völkerbund sei eine wirksame Institution und fördere die Abrüstung. In Wahrheit aber – meinte Schwarzschild – habe der Faschismus ein System permanenter Mobilisierung geschaffen, das ihm praktische Übermacht in Europa verleihe. Das Hitlerregime setze auf den Faktor Macht und auf skrupellose Massenbeeinflussung. Deshalb stünden seine Nachbarn vor der Alternative: Unterwerfung oder Krieg. Die einzige Garantie, den Frieden zu erhalten, sieht Schwarzschild in der Rückkehr zum Versailler System militärischer Überlegenheit der Westmächte. Ausdrücklich fordert er sie auf, eine solche Rückkehr – wenn nötig mit Gewalt – zu erzwingen und im äußersten Fall sogar den Präventivkrieg zu riskieren. "Hitler möge in Deutschland regieren. Er möge sich einrichten, wie es ihm gelingt, er möge sich halten, solange er kann", heißt Schwarzschilds Konsequenz, nur "die Rüstung ihn fertig schmieden zu lassen (...) wäre die Entthronung der Vernunft, die Vernichtung der Verantwortlichkeit".[5]

Solche Stimmen fanden unter liberalen und konservativen Hitlergegnern durchaus ein Echo. Schwarzschild selbst hat wenige Jahre später zwar die These von Präventivkrieg revidiert, aber an seiner Überzeugung festgehalten, ein Sturz Hitlers durch den innerdeutschen Widerstand sei nicht zu erwarten. Damit hatte er, wie sich zeigen sollte, zwar recht, stellte sich aber gegen die Erwartungen fast aller organisierten Hitlergegner, die darin eine Missachtung der deutschen Opposition sahen. So ist es nicht verwunderlich, dass Bruno Frei, Chefredakteur der Wochenzeitung "Der Gegen-Angriff", scharf gegen Schwarzschilds Buch polemisierte.[6] Die Kriegsgefahr, argumentierte er mit einigem Recht, komme nicht vom Kriegswillen, sondern vom Imperialismus, und die Duldung der faschistischen Aufrüstung durch die herrschenden Kreise der westlichen Demokratien sei ein wichtiger Bestandteil ihrer Strategie zur Ablenkung des deutschen Konkurrenten auf den Raubkrieg gegen die Sowjetunion, so wie er in Hitlers "Mein Kampf" vorgezeichnet war. Doch enthielt Freis Polemik auch höchst kontraproduktive Zuspitzungen, die sich aus der damals noch offiziellen kommunistischen Parteidoktrin ergaben, welche besagte, die einzig aktuelle Alternative zum Faschismus sei eine proletarische Revolution. Deshalb, schrieb er, müsse die bürgerliche Demokratie als "eine der beiden Formen der Diktatur der Bourgeoisie" entlarvt werden, um die Einsicht zu fördern, "dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Faschismus oder Sozialismus".[7] Schwarzschild dagegen vertrat die in diesem Punkt weit realitätsnähere Auffassung, es gebe für die westeuropäischen Sozialisten "keine andere Wahl als gemeinsam mit anderen Klassen ihres Landes dieses System (d.h. die bürgerlich-parlamen-tarische formale Demokratie. D.S.) um jeden Preis zu verteidigen."[8] In dieser im Jahr 1934 geschriebenen Polemik lässt Frei noch völlig außer acht, dass – auch vom Standpunkt kommunistischer Interessen her gesehen – ein sehr rationaler Kern in Schwarzschilds Überlegung steckte. Freilich bleibt nun wiederum bei diesem unerörtert, dass zum Preis einer solchen Verteidigung, sollte sie erfolgversprechend werden, letzten Endes auch die Bereitschaft zur sozialen Erneuerung der Gesellschaft, zur Begrenzung des übermächtigen Einflusses von Monopolbourgeoisie und Großgrundbesitz sowie eine reale Teilhabe des Volkes an der politischen Macht gehörte.

Kampfschriften

Der publizistische Feldzug gegen Faschismus und Krieg musste – wie ein Leitartikel des "Gegen-Angriff" vom November 1933 mit Recht betonte – Demagogie, Maskerade, Tarnung und Täuschung als Wesenszug des Nazi-Systems bloßlegen: "Für Krieg gibt es keine Massenstimmung, wohl aber für Frieden. Also nennen die Betrüger einfach den Krieg – Frieden. Warum auch nicht? Ist es ihnen gelungen, den Kapitalismus zu einem 'Sozialismus' umzutaufen, das Verbrechen in Gerechtigkeit, die Angeklagten in Ankläger, die Lüge in Wahrheit – warum soll es nicht gelingen, den Krieg einfach 'Frieden' zu nennen, um unter der Maske des Pazifismus die imperialistische Offensive vorzubereiten."[9] Ein Kernstück der antihitlerischen Aufklärungsarbeit war und blieb es deshalb, auf die zu erwartenden katastrophalen Konsequenzen der aggressiven, provokatorischen und erpresserischen Politik des faschistischen Regimes hinzuweisen und deren ideologische Voraussetzungen zu analysieren.

Schon während der ersten Jahre der Naziherrschaft wurden große Anstrengungen unternommen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. So schrieb Georg Lukács bereits im August 1933 in Moskau eine Kampfschrift mit dem Titel "Wie ist die faschistische Philosophie in Deutschland entstanden?".[10] Das Proletariat – heißt es darin – bekämpfe den "Faschismus als heutige Herrschaftsform des Kapitalismus, des heutigen imperialistischen Monopolkapitalismus" (24). Lukács betrachtet es als Eigenart der nationalsozialistischen Bewegung, dass sie versuche, mithilfe der "antikapitalistischen Massenstimmungen" die "wankende Herrschaft des Monopolkapitalismus wieder zu befestigen" (29). Sie bediene sich dabei der Formen einer "indirekten Apologie des kapitalistischen Systems, d.h. seiner ideologischen Rettung in der Form seiner Kritik" (76). Diese Methode wende der Faschismus an, um die Massen zur Tat aufzupeitschen. Denn "der Monopolkapitalismus könne (nur) mithilfe der Mobilisierung der antikapitalistischen Masseninstinkte gerettet werden, nur dadurch, dass Millionenmassen fanatisiert aufstehen, um ihre eigenen Ketten härter und drückender zu schmieden." (109) Diese Arbeit von Lukács wurde damals nicht veröffentlicht und ist erst aus dem Nachlass bekannt geworden – vermutlich darum, weil er seine gleichzeitige Kritik an der sozialdemokratischen Ideologie noch unter dem zutiefst sektiererischen und kontraproduktiven Begriff des "Sozialfaschismus" abhandelt, der seit Ende der zwanziger Jahre bis ins Jahr 1934 hinein von der Komintern (Kommunistische Internationale) in Moskau vorgegeben worden war.

Unmittelbar an den Grundgedanken dieser Schrift knüpft Hans Günther – ebenfalls im Moskauer Exil – in seinem 1935 veröffentlichtem Buch "Der Herren eigener Geist"[11] an. Er greift den Begriff der "kritischen Apologetik" auf, um die Funktion und die Wirkungsweise faschistischer Ideologie zu bestimmen. Stärker als Lukács arbeitet er den Zusammenhang von nationaler und sozialer Demagogie heraus. Er legt den Zweck faschistischer Weltanschauung bloß, "das Volk massenpsychologisch zum Krieg zu präparieren", um ihm "bei verschärfter Ausbeutung sogar das Bewusstsein des Ausgebeutetwerdens zu rauben" und schließlich "die Hölle als Himmel und das elendeste Leben als Paradies weiszumachen".[12]

Von der Vielzahl der Kampfschriften gegen die faschistische Kriegsdrohungen möchte ich hier nur einige nennen. Eine der wichtigsten ist schon im Herbst 1934 in Paris erschienen. Ihr – damals ungenannter – Verfasser ist der Kommunist Albert Schreiner, ihr Titel lautet: "Hitler treibt zum Krieg". Gestützt auf ein reiches dokumentarisches Material wird in dieser Schrift der Beweis geführt, dass der faschistische totale Staat nichts anderes als "die politische, wirtschaftliche, ideologische und militärische, kurz die totale Kriegsvorbereitung"[13] sei. In zehn Kapiteln legt der Verfasser dar, dass nicht nur die Außenpolitik Hitlerdeutschlands, der Ausbau des Kriegspotenzials und der Rüstungsindustrie sowie der praktische Aufbau eines Massenheeres dieser Kriegsvorbereitung dienten. Auch die massiv betriebene ideologische Kriegsvorbereitung mit dem Ziel der Erzeugung von Kriegsbereitschaft, die Lehre von der Herrenrasse und vom Volk ohne Raum, die Militarisierung von Literatur, Presse, Rundfunk und Film seien "zu einem Moment latenter Kriegsgefahr" geworden.[14]

Vom Institut zum Studium des Faschismus (INFA)[15] in Paris wurde – ebenfalls im Jahr 1934 – ein Band mit dem Titel "Exerzierplatz Deutschland" in deutscher und französischer Sprache herausgegeben. Er erschien unter dem Pseudonym S. Erckner, mit dem Zusatz, es handele sich bei diesem Autor um einen ehemaligen Generalstäbler. Mit dieser in sich geschlossenen Darstellung des ganzen Militarisierungssystems in Nazideutschland – hieß es in einer Anzeige dieses Buches in der kommunistisch redigierten Deutschen Volkszeitung – werde der französischen Öffentlichkeit zum ersten Mal die Tragweite der mit Hitler zur Macht gekommenen gefährlichsten Kriegspartei Europas bewusst gemacht. Die deutsche Ausgabe aber verdiene eine illegale Verbreitung im Reich.[16] Vom gleichen Verfasser erschien zwei Jahre später auch noch eine Auseinandersetzung mit der Politik und Propaganda der Naziführung unter dem Titel "Die große Lüge. Hitlers Verschwörung gegen den Frieden".[17] Im Zentrum dieser Schrift steht die Kritik der Nazi-Parole vom "deutschen Frieden", die er als Kernstück der Diplomatie des Dritten Reiches in jenen Jahren betrachtet. Hitler, heißt es darin, der Erbe der alldeutschen Expansionspolitik, trete als Friedensengel auf, obwohl er in Wahrheit nichts anderes als die Revision der Grenzen fordere und den Blitzkrieg vorbereite. Seine Politik ziele auf eine Isolierung Frankreichs, das – wie im Buch "Mein Kampf" nachzulesen sei – für ihn der Todfeind des deutschen Volkes bleibe. Der totalen Mobilmachung Deutschlands werde unweigerlich der totale Krieg folgen, denn sein Ziel sei nicht anderes als der totale Sieg und die deutsche Vorherrschaft auf dem Kontinent. Der Verfasser der Kampfschrift appelliert dringlich an die Völker Europas, diese verbrecherischen Absichten zu erkennen und sich zu wehren.

Auf Hitlers "Mein Kampf" und die dort festgeschriebene nationalsozialistische Strategie zu verweisen, um die Friedensdemagogie der Nazis als politische Heuchelei zu entlarven, war ein durchgehendes Argumentationsmuster der antihitlerischen Publizistik. Manuel Humbert – das ist Kurt Caro, ein linksliberaler Redakteur des "Pariser Tageblatt"[18] – betont deshalb im Schlussteil seines Buches "Adolf Hitlers 'Mein Kampf'. Dichtung und Wahrheit"[19] nachdrücklich, die Macht- und Gewaltpolitik Hitlers nach innen entspreche bisher genau dem im Buch entworfenen Programm. Wer seine außenpolitischen Mittel und Ziele verstehen wolle, müsse deshalb ebenfalls auf "Mein Kampf" zurückgreifen. Dieses Buch – als ein getreuer Spiegel der Seele dessen, der es geschrieben hat und nun über die größte Machtfülle in der Geschichte verfügt – lasse erkennen, welche Zukunft Europa zu gewärtigen habe, wenn man ihn gewähren lässt. Denn die Revanche- und Eroberungspolitik, als das wahre außenpolitische Programm im Dritten Reich, sei zugleich die Krönung des ganzen nationalsozialistischen Programms.

Caros Analyse von "Mein Kampf" krankt sicherlich an einer zu starken Personalisierung. Realistisch ist das Buch aber in der These, der ideologische Plan Hitlers gehe dahin, die hochkapitalistischen Instinkte der westlichen Welt anzusprechen und sich mit dem immer wieder verkündeten Schlagwort Sympathie zu verschaffen, sein Drittes Reich sei ein "Bollwerk gegen den Bolschewismus". Mit seinen demagogischen Friedensreden versuche er, den Lärm seiner Rüstungen zu übertönen und die Friedensstimmungen in Frankreich für seine Zwecke zu nutzen. Denn er habe richtig erkannt, dass der Weg nach Osten nur durch Vernichtung oder enorme Schwächung des französischen Nachbarn freigemacht werden könne. Die Ausschaltung Frankreichs als Großmacht sei Voraussetzung seines geplanten "neuen Alexanderzuges" nach Osten.[20]

In dieser publizistischen Auseinandersetzung mit der Friedensdemagogie Hitlerdeutschlands und der wachsenden Kriegsgefahr spiegelt sich die zunehmende Erkenntnis, dass die klassische Antikriegspublizistik der zwanziger und beginnenden dreißiger Jahre die neue Situation nicht mehr zulänglich zu erfassen vermochte. Diese stand in hohem Grade im Zeichen eines Konzepts, das der Pazifist Otto Lehmann-Russbüldt in seiner Schrift "Die blutige Internationale der Rüstungsindustrie"[21] im Jahr 1929 exemplarisch dargelegt hat. Es geht ihm dort darum, die Profitinteressen der international verflochtenen Rüstungskonzerne als Hintergrund der modernen Kriege bloßzulegen. Als Schlüsselfiguren stellt er zwei Sorten von Kanonenkönigen heraus: als deutsche Spezies die Familie Krupp und als englische den damals allbekannten Sir Basil Zaharoff mit seinem Vickers-Konzern. Eben dieser Basil Zaharoff galt damals als eine Schlüsselfigur des internationalen Rüstungsgeschäfts. Deshalb widmete ihm der linke Autor Robert Neumann eine Biografie, die im Jahr 1934 unter dem Titel "Sir Basil Zaharoff. Der König der Waffen"[22] erschienen ist. Spannend führt Neumann seinen Lesern seine komplizierte Recherche über die geheimnisvolle Persönlichkeit dieses Waffenhändlers und Industriemanagers vor, eines Mannes, der es verstand, mit dem Prinzip der "Doppelbewaffnung", der gleichzeitigen Ausrüstung von "Erbfeinden", zu einem der reichsten Männer der Welt und schließlich im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 zum "obersten Dirigenten der gesamten Waffenversorgung für alle Heere der Entente"[23] zu werden – und später sogar noch zu einem der Drahtzieher beim Konkurrenzkampf der internationalen Monopole um das mesopotamische Erdöl. Der Autor vergisst nicht zu erwähnen, Zaharoffs englische Firma Vickers habe auch zu den Geldgebern der Hitlerbewegung gehört, um bei der zu erwartenden Wiederbewaffnung Deutschlands verdienen zu können. Doch bleibt dieser Aspekt in Neumanns Buch marginal,[24] weil sein Konzept noch auf die Jahre vor Hitlers Sieg zurückweist.

Dagegen geht es Bernhard Menne in seiner 1937 erschienenen kritischen Geschichte des Hauses Krupp vor allem um die Vorgeschichte der Wiederaufrüstung im Dritten Reich. Der Titel seines umfangreichen Buches ist: "Krupp. Deutschlands Kanonenkönige".[25] Die Kanonen des Hauses Krupp – legt der Autor mit vielen Fakten dar – hätten "den Hintergrund für ein halbes Jahrhundert wahnwitziger Rüstungspolitik" (9) im Deutschen Reich abgegeben. Menne, ein linker Publizist, ehemals den Kommunisten zugewandt, dann Sozialdemokrat, betrachtet die Verquickung von Politik und Geschäft, Stahl und Völkerschicksal natürlich nicht als Besonderheit der deutschen Geschichte. Worauf es ihm ankommt, ist, die Kontinuität nachzuzeichnen, die von der Freundschaft der Krupps mit zwei deutschen Kaisern bis hin zur Gunst Hitlers reiche. Im Kampf um Macht und Gewinn werde die Firma Krupp zum Musterbeispiel der Verfilzung von Regierungsapparat und Großkapital in Deutschland, zu deren gemeinsamem Programm die deutsche Hegemonie über Europa gehörte. Als "Herzkammer der deutschen Rüstungsproduktion" (303) habe das kruppsche Unternehmen das internationale Waffengeschäft und das Wettrüsten vorangetrieben und versuche zugleich, sich die Leistungsbereitschaft ihrer Arbeiter durch soziale Vorteile zu sichern. Zwar – meint Menne – gehöre das Haus Krupp nicht zu den direkten Geldgebern der Nazipartei. Aber weil sich die Führer des Dritten Reiches zum Erhalt der privaten Rüstungsindustrie bekannt hätten und ihr Rüstungsprogramm im Rahmen der deutschen Kriegswirtschaft neue Chancen der Expansion des Unternehmens eröffneten, habe auch im Hause Krupp das Gelöbnis aufrichtiger Verehrung und der treuen Gefolgschaft gegenüber dem Führer Adolf Hitler nicht lange auf sich warten lassen. Hinter der patriotischen und sozialen Tarnung erscheine der Krieg als Geschäft und der Bund zwischen Rüstungsindustrie und dem Hitlerregime als eine Voraussetzung für dessen Erpressungs- und Eroberungspolitik.

Neue Sicht auf Krieg und Faschismus

Gegenüber solchen Sachbüchern – wie immer man sie im Einzelnen werten mag – ist es auffällig, dass antinazistische Schriftsteller in ihrer künstlerischen Arbeit keineswegs vorrangig Sujets behandelten, die unmittelbar an die Antikriegsliteratur der Weimarer Republik anknüpften. In extremer Form demonstriert das Alfred Döblin in seinem 1934 geschriebenen Roman "Pardon wird nicht gegeben",[26] der modellhaft die Entscheidungen von Menschen in der bürgerlichen deutschen Gesellschaft des Jahrhunderts schildert, ohne dass der Erste Weltkrieg auch nur vorkommt. Der Weltkrieg wird einfach weggelassen, gleichsam aus der exemplarischen Handlung des Romans gestrichen, obwohl im Buch die Erfahrungen der Novemberrevolution mit der Hoffnung auf eine revolutionäre Lösung der Widersprüche des Zeitalters zusammenfließen. Die Mehrzahl der Romane und Erzählungen, die in den ersten Jahren des Exils geschrieben wurden, behandeln – wenn nicht historische Sujets aufgegriffen werden – Probleme der ausgehenden Weimarer Republik und des beginnenden Naziregimes. Genannt seien hier nur Lion Feuchtwangers "Geschwister Oppermann" (1933), Balder Oldens "Roman eines Nazi" (1933), Walter Schönstedts "Auf der Flucht erschossen" (1934) oder auch Oskar Maria Grafs "Der Abgrund" (1936).[27]

Offensichtlich besteht eine Diskrepanz zwischen der publizistischen Behandlung der praktischen Kriegsvorbereitung im Dritten Reich und der Analyse der nazifaschistischen Kriegsideologie auf der einen Seite und der Themenwahl antifaschistischer Schriftsteller in ihren erzählenden Werken auf der anderen. Das hängt damit zusammen, dass die Beschäftigung mit den neuen Zügen des Faschismus an der Macht, die Analyse seiner unmittelbaren Ursachen und seiner Herrschaftsmethoden sowie die Darstellung des Widerstandes und seiner Möglichkeiten für viele Autoren zunächst den Vorrang hatten. Charakteristisch dafür ist die Anthologie des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller im Exil "Deutsch für Deutsche"[28] aus dem Jahr 1935, eine repräsentative Zusammenstellung von publizistischen und künstlerischen Texten exilierter Autoren über die Vorgänge im Dritten Reich. Von den Zeitgenossen wurde sie durchweg recht zustimmend aufgenommen, bemängelt wurde lediglich, die Rüstungspolitik und Expansionsbestrebungen Hitlerdeutschlands würden zu wenig beachtet. Vonseiten der Herausgeber wurde daraufhin betont, weitere Anthologien seien geplant, darunter eine, die sich "ausschließlich mit der faschistischen Kriegsgefahr" beschäftigen sollte.[29] Erschienen ist eine solche Anthologie freilich nicht – ob aus finanziellen Gründen, wegen Mangel an geeignetem literarischen Material oder weil die Wirkungschancen für den illegalen Vertrieb in Deutschland zu gering eingeschätzt wurden, ist nicht bekannt.

Der Schritt von der Bewegung gegen den imperialistischen Krieg zum antifaschistischen Kampf, wie er 1933 mit dem Zusammenschluss der Amsterdamer Bewegung gegen den imperialistischen Krieg mit der Pleyel-Bewegung zum "Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus" getan worden war,[30] schloss neue strategische Aspekte ein. Denn jetzt war der Faschismus in Italien wie in Nazideutschland zum Zentrum der aktuellen Kriegsgefahr geworden. Die Nazipropaganda verstand es jedoch, die deutsche Aufrüstung als einen Schritt zur Gleichberechtigung Deutschlands zu verkaufen und sie zur Voraussetzung des Friedens in Europa zu erklären. Diese Friedensdemagogie Hitlers und der Seinen war unter der deutschen Bevölkerung durchaus wirkungsvoll und fand auch in den westlichen Demokratien, besonders in England, einen recht breiten und leider oft positiven Widerhall.

Als Johannes R. Becher auf dem Ersten Allunionskongress der Sowjetschriftsteller 1934 in Moskau seine programmatische Rede "Das große Bündnis" hielt, hatte er diese neue Konstellation bereits im Blickfeld. Die "tiefste Wurzel, aus welcher die faschistische Despotie entspringt", erklärte er, sei die "Furcht vor der proletarischen Revolution".[31] Aber er setzte neben die Solidarisierung mit den Proletariern aller Länder zugleich die Wendung an "alle, die den imperialistischen Krieg verabscheuen und verhindern wollen". Indem er nun die faschistische Kunst als eine "Kunst der Konterrevolution" analysiert, hebt er hervor, dass dies zwei zusammengehörende Aspekte einschließe. Zum einen seien in Deutschland unzählige Kriegsbücher geschrieben worden, die alle der Beschönigung und Heroisierung des imperialistischen Krieges dienten und die Vorbereitung der Jugend auf den nächsten imperialistischen Raubkrieg bezweckten. Zum andern aber seien alle diese Bücher "grell gefärbt von Wut und Hass gegen den 'inneren Feind', das heißt gegen die Arbeiterklasse, gegen die proletarische Revolution".[32]

Becher konnte sich in seiner Rede auf publizistische Vorarbeiten seiner kommunistischen Schriftstellerkollegen stützen. Ich nenne hier vor allem den Aufsatz von Hans Günther über "Faschistische Kriegsliteratur" aus der Moskauer Zeitschrift "Internationale Literatur", der eine "Inventuraufnahme" von Neuerscheinungen faschistischer Kriegsbücher versucht. Er zeigt, wie "nach Hitlers Machtergreifung (...) das gesamte Verlagswesen für die ideologische Aufrüstung zum Kriege eingesetzt" wurde,[33] und weist darauf hin, dass die Nazis alles ausnutzen und sammeln, "was immer an bürgerlichen Kräften den nationalistischen Rummel mitzumachen bereit ist". Hauptsächlich aber geht es Günther darum, die "spezifisch faschistischen Züge der neuen Kriegsliteratur" (540) herauszufinden. Zwei Richtungen hebt er hervor. Zum einen die "Fortbildung zu einem noch gesteigerten imperialistischen Aktivismus und zu einer verschärften bürgerkriegsmäßigen Aggressivität, wobei das außenpolitische mit dem innerpolitischen Moment viel enger verknüpft wird, als es jemals bei den vorfaschistischen Entwicklungsformen des bürgerlichen Nationalismus der Fall" (541) gewesen sei. Und zum andern, dass "der Nationalismus unter einer 'neuen' 'volkhaften' und 'sozialen' Flagge verkündet, also mit der 'revolutionären' und 'sozialistischen' Demagogie des Hitlerismus aufs engste verkoppelt" (543) werde. Von der nazifaschistischen Führung – betont Günther – sei dazu ein besonderes Konzept entwickelt worden, das der Propagandaminister Goebbels auf die Formel gebracht hatte, die nazifaschistische Kunst habe "heroisch, (...) stählern romantisch, sentimentalitätslos sachlich" zu sein, zugleich aber "national mit großem Pathos".[34] Daraus aber ergäben sich als "Sophismen der faschistischen Kriegsliteratur": Der Krieg werde mit all seinen Schrecken dargestellt, Furcht und Grauen vor dem Kriege würden nicht verschwiegen und der militärische Drill und die Offiziers-Ideologie des alten Preußentums kritisch gesehen. Damit – schreibt Günther – solle den Lesern eine scheinbare Objektivität der faschistischen Kriegsliteratur glaubhaft gemacht werden.[35]

Es ist bemerkenswert, dass der linksbürgerliche Autor und ethische Sozialist Arnold Zweig als erster namhafter Romancier in seiner künstlerischen Produktion auf die neue historische Konstellation reagiert hat. Die Arbeit am Roman "Erziehung vor Verdun" hatte er zwar schon 1928 begonnen, aber den Stoffkomplex der Verdun-Schlacht mit der Fabel um den Unteroffizier Kroysing zunächst zurückgestellt. Denn er rechnete zu jener Zeit damit, konservative Kräfte würden den Kronprinzen Friedrich Wilhelm zum Reichsverweser machen, der während dieser Schlacht Oberbefehlshaber war. Unter solchen Bedingungen wäre an eine Veröffentlichung des Buches nicht zu denken gewesen. Jetzt – im Februar 1934 – griff er als Emigrant den Stoff wieder auf, setzte aber mit der Figur des Pionierleutnants Kroysing und dessen Privatkrieg gegen die Verantwortlichen am Tod seines Bruders neue Akzente. Denn auf dem Hintergrund von Ernst Jüngers Konzept vom "Kampf als inneres Erlebnis"[36] zeigt er mit dieser Figur die Ambivalenz einer Haltung, welche die Lust am "gefährlichen Leben"[37] zur Grundlage persönlichen Selbstgefühls macht. Leutnant Kroysings Selbstjustiz – zunächst Protest gegen die Maschinerie der Militärjustiz – schlägt um in Skrupellosigkeit und Elitebewusstsein. Eine seelische Disposition wird bloßgelegt, die der deutsche Faschismus auszunutzen verstand. Kroysing wird zur Vorläuferfigur eines modernen Offizierstypus, wie er in den Freikorps und faschistischen Verbänden der Nachkriegszeit Gestalt und politische Wirksamkeit erlangt hatte und fast geradlinig in die faschistischen Eliten führte.

 

[1] Karl Franz, Wo stehen wir. Der Gegen-Angriff Nr. 1, Ende April 1933, S. 22.
[2] Vgl. Heinrich Mann, Revolutionäre Demokratie. In: Europäische Hefte, 1. Jg., Nr. 8, 7.6.1934, S. 208 ff.
[3] Heinrich Mann, Der Haß. Amsterdam 1933, S. 171, S. 175.
[4] Leopold Schwarzschild, Das Ende der Illusionen. Amsterdam 1934, S. 12.
[5] Ebenda, S. 271.
[6] Karl Franz, Kein Ende der Illusionen. Offener Brief an Leopold Schwarzschild. In: Der Gegen-Angriff, II. Jg, Nr. 26, 30. Juni 1934.
[7] Gipfel. In: Der Gegen-Angriff, Nr. 20, 3.12.1933.
[8] Leopold Schwarzschild, Das Ende ..., S. 265.
[9] Maskerade. Der Gegen-Angriff, Nr. 18, 19.11.1933.
[10] Georg Lukács, Wie ist die faschistische Philosophie in Deutschland entstanden? (1933). Hrsg. V. Laszlo Sziklai. Budapest 1982, S. 19. Im Folgenden Seitenangaben im Text.
[11] Hans Günther, Der Herren eigner Geist. Die Ideologie des Nationalsozialismus. Moskau-Leningrad 1936.
[12] Ebenda, S. 190.
[13] Hitler treibt zum Krieg. Dokumentarische Enthüllungen über Hitlers Geheimrüstungen. Paris 1934, S. 18.
[14] Ebenda, S. 494.
[15] Dieter Schiller, Über das Institut zum Studium des Faschismus in Paris 1934/35. In: Weimarer Beiträge 57(2011)3, S. 370 ff.
[16] Vgl. Deutsche Volkszeitung (Saar-Ausgabe), Nr. 26 v. 10.8.1934. – S. Erckner (Ehemaliger Generalstäbler), Exerzierplatz Deutschland, mit einer Einleitung der Professoren P. Langevin, L. Levy-Bruhl, M. Prenant (Schriftenreihe des Instituts zum Studium des Faschismus Band 1). Paris: Rosner 1934. – Nach Angaben von Karl Retzlaw ist der Verfasser Stachek Scymancyk. Vgl. Karl Retzlaw, Spartakus. Aufstieg und Niedergang. Erinnerungen eines Parteiarbeiters. Frankfurt am Main 1971, S. 456.
[17] S. Erckner, Die große Lüge. Hitlers Verschwörung gegen den Frieden. Paris: Editions du Carrefour 1936.
[18] Das Pariser Tageblatt, später Pariser Tageszeitung, war die einzige Tageszeitung, die im Exil erschienen ist. Vgl. dazu Hélène Roussel und Lutz Winckler (Hg.), Rechts und links der Seine. Pariser Tageblatt und Pariser Tageszeitung 1933–1940. Tübingen 2002.
[19] Manuel Humbert (d.i. Kurt Caro), Adolf Hitlers Mein Kampf. Dichtung und Wahrheit. Mit einem Vorwort von Heinrich Mann. Verlag Pariser Tageblatt 1936.
[20] Ebenda, S. 385.
[21] Otto Lehmann-Russbüldt, Die blutige Internationale der Rüstungsindustrie. Hamburg-Bergedorf 1929. – Seine Grundgedanken führte Lehmann-Russbüldt weiter in: Die Revolution des Friedens. Berlin 1932; und im Exil in: Landesverteidigung ohne Profit. London 1936.
[22] Robert Neumann, Sir Basil Zaharoff. Der König der Waffen. Zürich 1934.
[23] Ebenda, S. 225.
[24] Das heißt nicht, dass Neumann die Gefahren der Hitlerbewegung nicht gesehen hätte. Im Gegenteil nutzt er in seinem Roman "Die Macht" (1932) eine Geldfälscheraffaire, um der "Naturgeschichte des Geldes" nachzugehen, die Folgen der Inflation darzustellen und zu zeigen, wie die Nazis auf diesem Hintergrund zur Macht strebten.
[25] Bernhard Menne, Krupp. Deutschlands Kanonenkönige. Zürich 1937.
[26] Alfred Döblin, Pardon wird nicht gegeben. Roman. Amsterdam 1935.
[27] Vgl. dazu Dieter Schiller, Zeitromane in der deutschen Exilliteratur: Literarische Strategien 1933–1939. In: D. Schiller, "Mit Geschichte will man etwas". Geschichtsroman und Zeitroman in der deutschen Exilliteratur 1933–1945 (Pankower Vorträge Heft 142). Berlin 2010, S. 5 ff.
[28] Die Anthologie erschien als Tarnschrift für den illegalen Vertrieb in Deutschland unter dem Titel: "Deutsch für Deutsche" Miniatur Bibliothek. Leipzig Verlag für Kunst und Wissenschaft. – Vgl. dazu Dieter Schiller, "Deutsch für Deutsche". Zur Anthologie des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller im Exil. In: Weimarer Beiträge 1985/6; und Dieter Schiller, Leidenschaft der Anklage und Mut zur Vision. Über die Anthologie "Deutsch für Deutsche" aus dem Jahr 1935. In: Dieter Schiller, Der Traum von Hitlers Sturz. Studien zur deutschen Exilliteratur 1933–1945. Frankfurt am Main etc. 2010, S. 127 ff.
[29] Thomas (d.i. Gustav Regler?), "Deutsch für Deutsche". In: Unsere Zeit, VIII. Jg., 6./7. Heft, Juli 1935, S. 70.
[30] Vgl. Rosemarie Schumann, Amsterdam 1932. Der Weltkongress gegen den imperialistischen Krieg. Berlin 1985, S. 198 ff.
[31] Johannes R. Becher, Publizistik I GW Bd. 15. S. 415.
[32] Ebenda, S. 419.
[33] Hans Günther, Der Herren eigner Geist. Ausgewählte Schriften Berlin und Weimar 1981, S. 536. Im Folgenden Seitenangaben im Text.
[34] Zitiert nach: In jenen Tagen ... Schriftsteller zwischen Reichstagsbrand und Bücherverbrennung. Eine Dokumentation. Leipzig und Weimar 1983, S. 282.
[35] Hans Günther, Der Herren eigner Geist. Ausgewählte Schriften, S. 554–557.
[36] Ernst Jünger, Der Kampf als inneres Erlebnis, 3. Auflage Berlin 1928.
[37] Das Schlagwort vom "gefährlichen Leben" geht zurück auf Nietzsches "Die fröhliche Wissenschaft" (Nr. 282. "Vorbereitende Menschen"). Es heißt da: "Ich begrüße alles Anzeichen dafür, dass ein männlicheres, ein kriegerisches Zeitalter anhebt, (...) jenes Zeitalter, das den Heroismus in die Erkenntnis trägt und Kriege führt um der Gedanken und ihrer Folgen willen". Und weiter: "Denn glaubt es mir! - das Geheimnis, um die größte Fruchtbarkeit und den größten Genuss vom Dasein einzuernten, heißt: gefährlich leben! (...) Seid Räuber und Eroberer, so lange ihr nicht Herrscher und Besitzer sein könnt, ihr Erkennenden!" In: Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe. Hg. von Georgio Colli und Mazzino Montinari. Band 3, S. 526 f.

 

  • Preis: 4.00 €
  • Erscheinungsjahr: 2012