Montag, 27. Februar 2012, 19:00 Uhr in Berlin

Kollektives Kritisches Kartieren

Lateinamerikareihe

Seit ihrer Entstehung sind Karten mit Machtverhältnissen verknüpft und dienten lange Zeit ausschließlich den Herrschenden als exklusives Werkzeug zur Kontrolle und Ausweitung von Einflusssphären. Inzwischen sind Karten in vielfältiger Form und teilweise kostenlos im Internet großen Teilen der Bevölkerung zugänglich. Jedoch sind sie immer ein Abbild einer Realität, welche nicht losgelöst von Diskursen, Ideologien und subjektiven Wahrnehmungen betrachtet werden kann.

Im Kontext der neuen sozialen Bewegungen Lateinamerikas lassen sich vielfältige Ansätze der kritischen Kartographie beobachten. Als Medium für politische Bildungs- und Entscheidungsfindungsprozesse und als Werkzeug für die politische Praxis wird „widerständiges Kartieren“ beispielsweise in Argentinien unter dem Namen „mapeo colectivo“, in Brasilien als „cartografia social“ praktiziert. Es bietet Potential dafür, gesellschaftliche Disparitäten zu analysieren, widerständige Akteure damit zu unterstützen und globale Vernetzungsprozesse und Kooperation zu stärken. In der Veranstaltung wird aufgezeigt, dass partizipative kritische Kartierungsprozesse auch für die hiesige politisch-kulturelle Arbeit einen wichtigen Beitrag leisten können. Anhand einiger Beispiele wird sowohl ein Einblick in die Geschichte und heutige Bedeutung kritischen Kartierens geboten, als auch das „Handbuch Kollektives Kritisches Kartieren“ vorgestellt, das die Methode politisch Engagierten jeden Alters nahebringen soll.

Vortrag: kollektiv orangotango

Moderation: Lucie Matting (Interbrigadas e.V.)

Infos unter http://orangotango.info/blog

Kosten: 1,50 Euro

Veranstaltungsort:

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke