Montag, 14. Mai 2012, 19:30 Uhr in Berlin

Ronald M. Schernikaus anarchischer Sozialismus

Zwischen westlicher Schwulenbewegung und einer ästhetisch-utopischen DDR

Vielfalt sozialistischen Denkens

Der Dichter Ronald M. Schernikau (1960 - 1991) verbrachte fast sein gesamtes erwachsenes Leben in den achtziger Jahren. Sein sensationeller Erstling „kleinstadtnovelle” war weit mehr als eine Coming-Out-Story. Wie der Protagonist verließ der Autor die westdeutsche Provinz und ging zunächst nach Berlin-West. Aber nur als Übergangsziel.

Ihn faszinierte nicht nur die westliche Schwulenbewegung, sondern vor allem die DDR. Eine DDR allerdings, für die nicht Hager und Honecker standen, sondern Peter Hacks und Irmtraud Morgner, eine DDR des ästhetisch-utopischen Vorscheins. Sozialismus war für ihn eine „anarchische Form der Vergesellschaftung”. Dies soll an „die tage in l.” (1989) demonstriert werden, aber noch mehr am erst 1999 publizierten umfangreichen Hauptwerk „legende”, einer in Form und Inhalt “wuchernden Montage” (Bohn). Zum Teil aus dem Nachlass stammen auch die 2009 von Thomas Keck unter dem Titel „Königin im Dreck” edierten Texte, darunter „Fickt weiter!” und „Was macht ein revolutionärer Künstler ohne Revolution?” Sie sollen ebenfalls reflektiert werden.

Referat: PD Dr. Volker Gransow, Dozent für Soziologie an der FU Berlin

Moderation: Frank Engster

Kosten: 1,50 Euro

Veranstaltungsort:

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke