Donnerstag, 20. April 2017, 19:00 bis 21:00 Uhr in Berlin

"Kein Sein ohne Seiendes"

Die Heideggerkritik Adornos als Zentrum Negativer Dialektik

Philosophische Gespräche

Adornos gesamte Philosophie kann als Kritik an Heidegger und als Gegenentwurf zu dessen Fundamentalontologie angesehen werden. Bereits in der Kierkegaard-Kritik war der zeitgenössische Ansatz Heideggers mitgemeint, und in Adornos Vortrag „Die Aktualität der Philosophie“ von 1929 wird dann ausdrücklich betont, dass nicht bloß das szientistische Denken, sondern mehr noch die Fundamentalontologie den aktuellen Aufgaben der Philosophie widerspricht. Wahrheit, die „Konstellation von Subjekt und Objekt, in der beide sich durchdringen“, ist weder auf Subjektivität noch auf jenes Sein, dessen „dialektisches Verhältnis zur Subjektivität Heidegger zu verwischen trachtet“, zu reduzieren. Der „Heideggersche ›Rückgriff‹ hinter die Subjekt-Objekt-Beziehung“ wird von Adorno interpretiert als ein Ausbruchsversuch, in dem „Abstrakta höherer Ordnung wie Sein und Dasein hypostasiert und eine Kant gegenüber vorkritische, ontologische Position“ bezogen wird, die sich in unauflösbare Widersprüche verwickelt. Wenn Heidegger schließlich frohlockt, „daß sich die Erde selbst in die Luft sprengt und das jetzige Menschentum verschwindet“, „was kein Unglück“ sei, „sondern die erste Reinigung des Seins von seiner tiefsten Verunstaltung durch die Vormacht des Seienden“, so wird der Vortrag zeigen, dass Adorno diese Einstellung antizipiert hat, lange bevor die „Schwarzen Hefte“ den philologischen Nachweis boten.

Referent: Dr. Martin Blumentritt (Philosoph und Publizist, er lebt in Hamburg)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut für Sozialtheorie Bochum e.V.

Kosten: 2,00 Euro

Veranstaltungsort:

Helle Panke/Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke