Samstag, 11. März 2017, 12:00 bis 20:00 Uhr in Berlin

Bloch und Lukács: Die Russische Revolution als philosophisches Schlüsselereignis

Konferenz

Grafik

Georg Lukács‘ und Ernst Blochs politisch-philosophische Antworten auf Lenin(ismus) und die Oktoberrevolution

„Aber nun ist die russische Revolution losgebrochen. Und von ihr erst zieht der Ernst herauf, die Werte an die richtige Stelle zu legen und aus ihrem täuschen Bündnis mit dem Unwert zu lösen“. Das schreibt Ernst Bloch, den Oskar Negt den „deutsche(n) Philosoph(en) der Oktoberrevolution“ genannt hat, in der Erstfassung seines Werks „Geist der Utopie“.
Auch Georg Lukács‘ Leben ist durch Lenin und die russische Revolution radikal umgewandelt worden. Statt „ein ‚interessant’ excentrischer Privatdozent in Heidelberg“ zu werden, wandelt sich der junge ungarische Philosoph zum revolutionären Praxisphilosophen und wird Gründungsfigur eines undogmatischen „Westlichen Marxismus“ und Inspirator der Kritischen Theorie. Die Tagung möchte ausloten, wie die beiden bedeutenden marxistischen Philosophen auf das Schlüsselereignis der Oktoberrevolution reagierten. Sie will zudem die wechselseitige Beeinflussung und nicht selten divergente Weiterentwicklung der Jugendfreunde in den Blick nehmen, um herauszufinden, worin das unabgegoltene Erbe ihres Denkens und Handelns für unsere Gegenwart besteht, die erneut Schauplatz grundlegender Umbrüche ist, über deren Richtung und Tendenz noch keine Klarheit besteht.

Die Tagung bestreiten die Helle Panke, die Internationale Georg-Lukács-Gesellschaft (IGLG) und die beiden Bloch-Vereinigungen Ernst-Bloch-Assoziation (EBA) und Ernst-Bloch-Gesellschaft (EBG) gemeinsam.

Programm

12.00 – 12.30 Begrüßung und Eröffnung
durch Vertreter_innen der drei Gesellschaften, kurze Vorstellung der Gesellschaften durch Martin Blumentritt (EBA), Prof. Francesca Vidal / Werner Wild (EBG) sowie Dr. Rüdiger Dannemann (IGLG) und Einführung ins Konferenzthema

12.30 – 14.30 1. Phase Referate + Diskussion
Dr. Stefan Bollinger: Lenin, Lukács und der unverzichtbare Sozialismus
Dr. Sarah Dannemann / Dr. Rüdiger Dannemann: Georg Lukács und Ernst Bloch – Freundschaft und Rivalität
Dr. Patrick Eiden-Offe / Eric-John Russell : Verdinglichung / Lukács als lebende Antinomie

14.30 – 15.00 Pause und Imbiss

15.00 – 17.00 2. Phase Referate + Diskussion
Prof. Hans-Ernst Schiller: Die Bedeutung von "Geschichte und Klassenbewusstsein" für die Entwicklung der Blochschen Philosophie
Dr. Martin Blumentritt: „Überhegelung Hegels". Ding-an-sich-Problem beim jungen Lukács und in Blochs Utopie
Dr. Doris Zeilinger / Martin Küpper: Ontologie und spekulativer Materialismus bei Bloch und Lukács

17.00 – 17.30 Pause und Kaffee

18.00 – 20.00 3. Phase Referate + Diskussion
Werner Wild: Ernst Bloch - mitnichten ein deutscher Philosoph der Oktoberrevolution
Prof. Francesca Vidal: "Der 'neue Mensch' und das politisch Imaginäre in Mitteleuropa 1918/1919 – Zur Kategorie des 'Neuen' bei Ernst Bloch"
Prof. Micha Brumlik: Georg Lukács` "Geschichte und Klassenbewußtsein" – Was wird bleiben

20.00 Schlussworte
Dr. Alexander Amberger, Dr. Rüdiger Dannemann, Dr. Frank Engster

Kosten: 7,50 Euro / erm. 4,00 Euro

Veranstaltungsort:

Helle Panke
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke