Publikationen

Heft 214: Das Echo der russischen Revolutionen (Teil 3)

Russische Revolutionen - für Frieden, Demokratie und Sozialismus

Von: Stefan Bollinger

3.00 €

Pankower Vorträge, Heft 214, 2017, 40 S.

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Autor: Stefan Bollinger, Dr. sc. phil., Politikwissenschaftler und Historiker, Berlin

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INHALT

Eine Vorbemerkung 
               
                                                  
1. Russische Revolutionen – für Frieden, Demokratie und Sozialismus. Ein radikaler Bruch in der kapitalistischen Weltordnung  
Eine Epoche sozialer Revolutionen begann
Nicht nur eine Revolution für den Frieden
Nicht Theoretiker, sondern Massen machen Revolutionen

2. Lenin hat einen Plan 

3. Die "vergessene" Vorgeschichte des Oktoberaufstandes
"... die Offensive, das heißt die große Katastrophe der Februarrevolution"
Die Julitage – Generalprobe für den Roten Oktober?
"Das Vorspiel zum Bolschewismus"

4. Warum das Ende nicht unbedingt den Anfang erklärt 
Ein ernstgemeinter Exkurs; der deutsche November
Eine Revolution in der Kritik
Lenins Geheimformel
Das Dekret über den Frieden veränderte die Welt

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LESEPROBE

Eine Vorbemerkung

100 Jahre nach den Russischen Revolutionen mit ihren bis heute reichenden Langzeitwirkungen forderten Referenten und Diskutanten einer Konferenz und einiger Abendveranstaltungen der "Hellen Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin im Jahre 2017 heraus. Die beteiligten Wissenschaftler und ihre Gesprächspartner wollten sich der widerspruchsvollen Geschichte versichern, nach neuen Einsichten und Blickwinkeln Ausschau halten und Material für eine heutige linke Politik zusammentragen. Dabei war die internationale Dimension der Ereignisse in Russland ein wichtiger roter Faden, der die Veranstaltungen vom Konzept bis zur Diskussion durchzog.

Das Konzept der Konferenz und der Veranstaltungen ging aus von einer Analyse der damaligen Verhältnisse: Ein Weltkrieg, gesellschaftliche Zusammenbrüche, massenhaftes Elend und Tod zerrütteten die alte Welt, egal, ob demokratisch-parlamentarisch oder autokratisch-totalitär organisiert. Den Krieg beenden, Frieden erkämpfen, gesellschaftliche Strukturen umstürzen, demokratische Verhältnisse schaffen stand oben auf den Forderungslisten von Sozialdemokraten, Sozialisten, bürgerlichen Kriegsgegnern, Demokraten. Allein, nur ein Land wurde Vorreiter dieses Umbruchs, schien die Chance auf Frieden, soziale Gerechtigkeit, Demokratie von unten her zu eröffnen – Russland.

Die russischen Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 und die Umwälzungen des Jahres 1921 in Sowjetrussland zwischen Kronstädter Aufstand und NÖP sollten deshalb in ihrer gesellschaftspolitischen Rolle für Russland und die Welt näher untersucht werden. Das Desaster des Zusammenbruchs 1989/91 und das Verhängnis der stalinistischen Verirrung sind wohl bekannt, was aber waren die Intentionen und die Erwartungen im vierten Kriegsjahr 1917 angesichts der russischen Nachrichten?

Entsprechend den Möglichkeiten der „Hellen Panke“ – RLS Berlin erfolgte dabei eine Konzentration auf einige wenige Momente. Hier ging es um die konzentrischen Kreise, die die revolutionären Vorgänge in Petrograd und Moskau im gesamten Russischen Reich, in Europa und in der Welt auslösten. Exemplarisch konnten hier nur einige wenige politische und geistige Knotenpunkte ausgemacht werden, die das Schicksal der Arbeiterbewegung, der organisierten Linken, aber auch der Staaten und Gesellschaften berührt haben. Das betraf Revolution und Konterrevolution im flächenmäßig größten Land der Welt, Fernwirkungen für revolutionäre Bewegungen gegen den Krieg und gegen die bestehende Ordnung zwischen Berlin, Wien und Budapest, die Auswirkungen auf die spätere 3. Welt, die geistigen Erschütterungen, Hoffnungen und Enttäuschungen der Intellektuellen.

Die Autorinnen und Autoren haben uns freundlicherweise ihre Texte – in sehr unterschiedlicher Form und in unterschiedlichem Umfang – zur Verfügung gestellt. Die Konferenz fand sehr frühzeitig, am 23. Februar 2017, statt. Außerdem werden weitere Texte aus dem Umfeld dieser Konferenz einbezogen. Hier werden die Konferenzbeiträge in drei Heften unserer Reihe "Pankower Vorträge" dokumentiert.[1]

Im vorliegenden Heft hat Stefan Bollinger sein Einführungsreferat auf dieser Konferenz mit weiteren Überlegungen zur konkreten Geschichte der Russischen Revolutionen im Jahre 1917 sowie um die mit diesen Ereignissen bis heute dominierenden Auseinandersetzungen um den Charakter der damaligen Ereignisse erweitert.

[1]   Die zwei bereits vorliegenden Hefte: Helle Panke e.V. – Rosa Luxemburg Stiftung Berlin (Hrsg.): Das Echo der russischen Revolutionen (Teil 1). Russland von innen und von außen 1917–1922. Mit Beiträgen von Stefan Bollinger, Karl-Heinz Gräfe und Mario Keßler. Pankower Vorträge. H. 212. Berlin 2017; dies. (Hrsg.): Das Echo der russischen Revolutionen (Teil 2). Von Deutschland bis Lateinamerika. Eine Welt im Umbruch 1917–1922. Mit Beiträgen von Marcel Bois, Stefan Bollinger, Hans Hautmann, Stefan Rinke, Reiner Tosstorff, Marga Voigt. Pankower Vorträge. H. 213. Berlin 2017.

3.00 €

Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke