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Heft 208: Leo Trotzki über Antisemitismus und Faschismus

Von: Mario Keßler

3.00 €

Reihe "Pankower Vorträge, Heft 208, 2017, 40 S.

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Der russisch-sowjetische Revolutionär Leo Trotzki (1879–1940) setzte sich über Jahrzehnte seiner politischen Tätigkeit mit dem Antisemitismus, insbesondere in Russland und später in Deutschland, auseinander. Im Exil seines letzten Lebensjahrzehnts verfolgte und analysierte er zudem den Aufstieg und die Machtausübung des deutschen Faschismus.

Der Vortrag vom 2. Mai 2017 im Verein „Helle Panke“ behandelt beide Aspekte von Trotzkis Wirken und geht auch auf seine sich verändernden Positionen zum Zionismus und zur Palästina-Frage ein.

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INHALT

Vorbemerkung

Die Juden im Zarenreich

Leo Trotzki: Ein „nicht-jüdischer Jude“

Sozialismus, sozialistischer Zionismus und Internationalismus

Russische Revolution, Bürgerkrieg und frühe Sowjetgesellschaft

„Porträt des Nationalsozialismus“: Trotzki und der deutsche Faschismus

Die Verfolgung der Juden und die Palästina-Frage

Die Sowjetunion – eine gescheiterte Hoffnung

Die Schrecken des Holocaust prophezeit

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LESEPROBE

Vorbemerkung

Leo Trotzki war eine der bekanntesten revolutionären Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts – gewiss aber auch die umstrittenste und er ist noch immer sehr umstritten.[1] Beinahe alle seine Erklärungen wurden bereits zu seinen Lebzeiten zum Gegenstand heftiger Kontroversen. Probleme des Antisemitismus waren indes lange Zeit kein zentrales Thema von Trotzkis Denken und Schriften.[2] Dies änderte sich mit dem Aufstieg des deutschen und europäischen Faschismus wie auch, was wenig bekannt ist, mit dem arabisch-jüdischen Konflikt in Palästina. Wie alle Fragen, die Trotzki beschäftigten, kann auch diese nicht von seinem persönlichen Schicksal losgelöst werden. Ausgangspunkt aber sollte die Lage der Juden im russischen Zarenreich sein.

Die Juden im Zarenreich

Das zaristische Russland war zwischen 1772 und 1795 durch die Einverleibung großer Teile Polens zum Staat mit dem größten jüdischen Bevölkerungsanteil geworden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sich Zar Alexander I. noch von der Idee leiten lassen, die formale Integration der Juden werde zu ihrer kulturellen Assimilation führen. Das Recht der Juden auf freie Religionsausübung und auf den Zugang zu staatlichen Schulen wurde kodifiziert, doch seit 1804 durch eine Reihe von Siedlungsbeschränkungen relativiert. 1835 wurde der Ansiedlungsrayon eingeführt, seit 1844 die Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden abgeschafft.[3]

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand infolge des Industrialisierungsprozesses unter den Juden eine starke Schicht proletarisierter Handwerker. Die rapide anwachsenden Städte wurden zum Nährboden revolutionärer Bewegungen, aber auch rückwärtsgewandter rechtsradikaler Bestrebungen. Dies verschlechterte die Lage der Juden. Einerseits galten sie als „Kapitalisten“ – und waren doch zumeist nur Kleinhändler – und andererseits als subversive Elemente, die des revolutionären Aufruhrs verdächtigt wurden. Vor dem Hintergrund der Modernisierungskrise des zaristischen Russland und in einem Klima wachsender Radikalisierung bestimmte dieses doppelte Feindbild die wachsende antijüdische Agitation.

Während in West- und Mitteleuropa trotz aller Hindernisse die juristische Gleichberechtigung der Juden im Gefolge der bürgerlichen Revolution zustande kam, hemmten im Zarenreich die feudalen Strukturen auf dem Lande die Entwicklung des Kapitalismus. Die Juden büßten zwar im 19. Jahrhundert mit der allmählichen Ausbreitung des Geldhandels auch in ländlichen Gebieten ihre traditionelle Mittlerrolle ein; eine nichtjüdische Händlerschicht übernahm weitgehend diese Funktion. Aber die verzögerte Entfaltung des Kapitalismus verhinderte die Absorption der Juden in den industriellen oder den Dienstleistungssektor. Durch die billige Konkurrenz der Industrie wurden viele jüdische Handwerker an den Rand des Existenzminimums, oft in den Ruin getrieben.

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren von den Juden im Zarenreich etwa drei Viertel in Handel, Handwerk und (Klein-)Industrie beschäftigt, nur 3,5 Prozent betrieben Ackerbau. Im Russischen Reich stellten Juden fast vierzig Prozent aller handeltreibenden Personen. Dies war eine Umkehrung der Beschäftigungsstruktur der Gesamtbevölkerung.[4]

Die zaristische Bürokratie verhinderte zudem die Herausbildung einer Anzahl freier Berufe, die von Juden im übrigen Europa zunehmend besetzt wurden. Die Juden wurden in Russland zunehmend desintegriert. Es entstand der beklagenswerte Nicht-Beruf des „Luftmenschen“, dem die berufliche Eingliederung in die Gesellschaft versagt blieb. Mit Klein- und Schleichhandel, in der Wahl der Mittel gezwungenermaßen oft nicht wählerisch, fristeten solche Menschen eine kümmerliche Existenz.

Die Lage verschärfte sich für die Juden, als am Ende des 19. Jahrhunderts der Zarismus versuchte, das Reich zu einem homogenen Volkskörper umzugestalten, um dem sinkenden Anteil von Russen an der Gesamtbevölkerung entgegenzuwirken.[5] Mehr als andere Nationen suchten die Juden sich dem zu widersetzen. Sie wurden per Gesetz zu Fremdstämmigen (inorodcy) erklärt, denen das Aufenthaltsrecht im Allgemeinen nur in den westlichen Landesteilen gestattet war. Dies betraf fast ausschließlich jene Gebiete, die durch die polnischen Teilungen an Russland gelangt waren, die als der jüdische Ansiedlungsrayon (čerta osedlosti evreev) bezeichnet und dessen Grenzen bereits im Jahre 1835 erstmals festgelegt wurden. Der formal einzige Ausweg, all diesen Beschränkungen zu entgehen, war die Taufe; ein Weg, den nur eine sehr kleine Zahl von Juden ging. Unter dem als Reformer an die Macht gelangten Zar Alexander II. wurde es ab 1855 einer kleineren Zahl von Juden möglich, den Ansiedlungsrayon zu verlassen und in der Südukraine Land zu erwerben. Einer solchen Familie, die es im Laufe der Jahre zu bescheidenem Wohlstand bringen sollte, entstammte Lew Bronstein, der unter seinem nom de guerre Trotzki Geschichte schrieb.[6]

Die Spannungen entluden sich nach der Ermordung von Zar Alexander II. im März 1881 in einer Serie von Pogromen, die vor allem vom niederen Klerus angestiftet wurden. Mit der Bildung der Organisation der Schwarzen Hundert unter Wladimir Purischkewitsch ist in Russland um 1905 der Übergang von religiös fundierter Judenfeindschaft zum politischen Antisemitismus verbunden. Während der ersten russischen Revolution entstand aus dem antisemitischen, lumpenproletarischen und lumpenbäuerlichen Anhang des grundbesitzenden Adels mit der „Union des russischen Volkes“ und ihrer Kerntruppe, eben der Schwarzen Hundertschaft, die erste – avant la lettre – frühfaschistische Massenbewegung in Osteuropa. Bezeichnenderweise durfte sie den Zaren als ihr Ehrenmitglied führen.[7]Die „Protokolle der Weisen von Zion“, eine Fälschung des zaristischen Geheimdienstes, behaupteten eine jüdische Verschwörung gegen das christliche Abendland. Sie waren nicht nur gegen die Juden gerichtet, sondern auch gegen die Werte der Aufklärung, des Liberalismus und der Arbeiterbewegung, gegen die sich das Zarenregime als Bollwerk verstand. Die Revolution stellte die alte Ordnung endgültig zur Disposition, und bereits sie, nicht erst der Oktoberaufstand 1917, bleibt mit dem Namen Leo Trotzkis verbunden.

Leo Trotzki: Ein „nicht-jüdischer Jude“

Nur stichwortartig seien Trotzkis wichtigste Lebensdaten abgerufen: 1879 als Sohn eines Gutspächters in der Südukraine geboren, war er seit 1897 in der revolutionären Bewegung tätig, was zu seiner Exmatrikulation von der Universität in Odessa führte. Seine Lebensentscheidung trieb ihn nach sibirischer Verbannung ins Exil, aus dem er 1905 zeitweilig zurückkehrte, um eine Schlüsselrolle im ersten Petersburger Revolutionssowjet zu spielen. Die Stationen seines Exils waren Deutschland, Frankreich, England, Österreich, die Schweiz und die USA. 1917 kehrte er zurück und leitete den Oktoberaufstand. Nach kurzem Zwischenspiel als Außenminister wurde er Organisator der Roten Armee und Architekt ihres Sieges im Bürgerkrieg. Doch der brillante Stratege war ein schlechter Taktiker, und in den Machtkämpfen nach Lenins Tod war er Stalin in keiner Weise gewachsen. Dieser trieb ihn 1927 in die Verbannung, 1929 ins türkische Exil, von dort ging Trotzki nach Frankreich, Norwegen und schließlich nach Mexiko, immer gehetzt von Stalins Schergen, immer verleumdet von seinen Propagandisten. In Mexiko traf ihn 1940 der Schlag des von Stalin gedungenen Mörders.

Anders als viele Juden, die im jüdischen Ansiedlungsrayon wohnen mussten, erfuhr Trotzki in seiner Jugend nur wenig Antisemitismus. „Das nationale Moment nahm in meinem Bewusstsein keinen selbständigen Platz ein, da ich es im Alltagsleben nur wenig zu spüren bekam“, schrieb er in seiner Autobiographie. „Als Sohn eines wohlhabenden Gutsbesitzers gehörte ich eher zu den Privilegierten als zu den Unterdrückten. […] Wahrscheinlich hat die nationale Ungleichheit einen unterirdischen Anstoß zu meiner Unzufriedenheit mit dem bestehenden Regime gegeben; aber diese Ursache löste sich in den anderen Erscheinungen sozialer Ungerechtigkeit auf und spielte keine ausschlaggebende, überhaupt keine selbständige Rolle.“[8] Dass Trotzkis Elternhaus säkular orientiert war und die jüdische Religion keine besondere Rolle spielte, beförderte seine schon in früher Jugend ausgeprägte atheistische Weltsicht. Die enge Verbindung von Religion und Ethnizität unter den Juden spielte in seinen öffentlichen Äußerungen keine Rolle. Dies unterschied Trotzki von anderen jüdischen Sozialisten, so von Julius Martow.[9]

Trotzki war als Kind wenige Monate in einer jüdischen Elementarschule, dem Cheder, doch da seine Muttersprache nicht Jiddisch, sondern Russisch war, konnte er dem Unterricht kaum folgen und besuchte dann in Odessa und Nikolajew eine russische Schule sowie das deutsche Gymnasium, wo die Weichen für seine Mehrsprachigkeit und seinen Internationalismus gestellt wurden. „Schon in der frühesten Jugend waren mir nationale Leidenschaften und Vorurteile rationalistisch unfassbar geworden und hatten in mir in gewissen Fällen ein Gefühl des Ekels, manchmal sogar einen moralischen Brechreiz hervorgerufen“, betonte er.[10] Dies machte ihn freilich auch politisch verwundbar.

Isaac Deutscher bezeichnete internationalistisch denkende Juden wie Trotzki als „nicht-jüdische Juden“. Sie strebten, so Deutscher, „gemeinsam mit ihren nichtjüdischen Genossen nach den universalen und nicht den partikularistischen, nach den internationalistischen und nicht den nationalistischen Lösungen für die Probleme ihrer Zeit“. Gerade deshalb hatte Trotzki, so Deutscher weiter, „die Vision einer weltweiten, die gesamte Menschheit verändernden Umwälzung“[11].

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert hatten nichtjüdische und jüdische Sozialisten den Juden als unterdrückter Minderheit per se einen besonderen Hang zur revolutionären Radikalität zugeschrieben. Friedrich Engels betonte 1890, dass die Arbeiterbewegung den Juden „viel zuviel“ verdanke. „Von Heine und Börne zu schweigen, war Marx von stockjüdischem Blut; Lassalle war Jude. Viele unserer besten Leute sind Juden. Mein Freund Victor Adler, der jetzt seine Hingebung für die Sache des Proletariats im Gefängnis in Wien abbüßt, Eduard Bernstein, der Redakteur des Londoner ,Sozialdemokrat’, Paul Singer, einer unserer besten Reichstagsmänner – Leute, auf deren Freundschaft ich stolz bin, und alles Juden.“[12] Léon Blum, eher ein Sozialreformer denn ein Revolutionär, rühmte den „kollektiven Impuls“ der Juden, der sie „zur Revolution hindrängt; ihr kritischer Geist (und ich gebrauche das Wort in seinem besten Sinn) bringt sie dazu, jede Idee und jede überkommene Tradition hinwegzufegen, die zu den Tatsachen in Widerspruch steht oder durch Vernunft nicht gerechtfertigt werden kann.“[13]

Andere, meist nichtsozialistische Autoren betonten jedoch die auch jenseits religiöser Bindungen vielfach konservative Grundhaltung unter Juden. Der russische und später amerikanische Jurist Arnold Margolin schrieb, unter antibolschewistischen Kräften habe es stets mehr Juden als unter den Bolschewiki gegeben,[14] was auch die neuere Forschung auf die Kleinhändler-Mentalität der unteren jüdischen Mittelklassen im Zarenreich zurückführt.[15] Trotzki selbst erklärte noch im Rückblick auf einer Konferenz in Charkow im April 1923:

Einige von uns Kämpfern der kommunistischen Partei entstammten bürgerlichen und kleinbürgerlichen Familien. Ich gehörte, ungleich anderen, nicht zu den Glücklichen, die in eine Arbeiterfamilie hineingeboren wurden. Ich kam aus einer kleinbürgerlichen Familie, in der die körperliche und die geistige Arbeit zwei völlig verschiedene Dinge waren und in der große Anstrengungen unternommen wurden, um die Kinder auf eine Karriere als Ausbeuter vorzubereiten.[16]

Somit waren es die jüdischen Arbeiter, und nicht die Kleinhändler und Zwischenexistenzen, die zur Massenbasis der jüdisch-sozialistischen Bewegung im Russischen Reich wurden, und es war die kosmopolitisch gebildete jüdische Intelligenz, die deren Hoffnungen Ausdruck verlieh und die, selbst wenn sie zum Zionismus neigte, die Emanzipation der Juden nicht von der allgemein-menschlichen Emanzipation trenne wollte und konnte.

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[1]   Dies zeigt u.a. eine der neueren, vorurteilsbeladenen Trotzki-Biographien. Vgl. Robert Service, Trotsky. A Biography, London 2009. Deutsche Ausgabe: Trotzki. Eine Biographie. Übersetzt von Friedrich Griese, Frankfurt a. M. 2012. Das Kapitel „Trotzki und die Juden“ (S. 256ff.) verrät überdies eine nur teilweise genügende Kenntnis des Gegenstandes. Vgl. die Kritik von David North, Verteidigung Leo Trotzkis. Übersetzt von Andrea Rietmann, 2., erw. Aufl., Essen 2012, und als Kontrast zu Service Joshua Rubenstein, Leon Trotsky. A Revolutionary’s Life, New Haven/London 2012. Vgl. auch „Natürlich war Trotzki eine Alternative zu Stalin.“ Ein Gespräch [von Wolfgang Weber] mit Professor Mario Keßler über die Trotzki-Biographie von Robert Service, in: World Socialist Website, 16. 5. 2012.
[2]  Vgl. frühere Veröffentlichungen des Verfassers: Leo Trotzkis Haltung zum Zionismus und zur Palästinafrage, in: Martin Robbe (Hg.), Palästina – Sehnsucht und Machtpolitik. Geschichte, Strukturen und Perspektiven eines Konfliktes, Berlin 1990, S. 65–72. Wiederabdruck in: Mario Keßler, Antisemitismus, Zionismus und Sozialismus. Arbeiterbewegung und jüdische Frage im 20. Jahrhundert, 2. Aufl., Mainz 1994, S. 142–149; Trotzki über Antisemitismus, Zionismus und die Perspektiven der jüdischen Frage, in: Theodor Bergmann/Gert Schäfer (Hg.), Leo Trotzki – Kritiker und Verteidiger der Sowjetgesellschaft, Mainz 1993, S. 307–312.
[3]  Vgl. den noch immer besten Überblick von Salo W. Baron, The Russian Jew under Tsars and Soviets [1964], 2. Aufl., New York 1987.
[4]   Vgl. Heinz-Dietrich Löwe, Antisemitismus in der ausgehenden Zarenzeit, in: Bernd Martin/Ernst Schulin (Hg.), Die Juden als Minderheit in der Geschichte, München 1981, S. 186.
[5]   Betrug 1718/19 der Anteil ethnischer Russen an der Gesamtbevölkerung des Landes 70,7 Prozent, fiel er 1795 auf 48,9 Prozent und lag 1897 bei 44,3 Prozent. Vgl. Andreas Kappeler, Russland als Vielvölkerreich. Entstehung, Geschichte, Zerfall, 2. Aufl., München 1993, S. 100f. und die Tabellen auf S. 323f.
[6]   Ein Jugendfreund und späterer politischer Gegner Trotzkis schrieb, dass dieser weder gern über seine Geschwister noch gar über seine Eltern sprach und es ihm „geradezu unverständlich“ war, dass Revolutionäre sich überhaupt mit solchen privaten Dingen abgaben. D-r’ G. A. Živ’, Trockij. Charakteristika (po ličnym vospominanijam) [Trotzki. Eine Beschreibung anhand persönlicher Erinnerungen], New York 1921, S. 13. Ähnliches berichtete auch Max Eastman, Leon Trotsky. The Portrait of a Youth, New York 1925, S. 36f.
[7]  Vgl. zur Geschichte der Schwarzhunderter Heinz-Dietrich Löwe, Antisemitismus und reaktionäre Utopie. Russischer Konservatismus im Kampf gegen den Wandel von Staat und Gesellschaft, 1890–1917, Hamburg 1978, und Walter Laqueur, Black Hundred. The Rise of the Extreme Right in Russia, New York 1993. Laqueurs Buch ist breiter angelegt und zeigt Kontinuitätslinien wie auch Brüche zwischen der alten und der heutigen radikalen Rechten in Russland auf.
[8]  Leo Trotzki, Mein Leben. Versuch einer Autobiographie. Übersetzt von Alexandra Ramm, Frankfurt a. M. 1981, S. 86.
[9]  Martows ursprünglicher Name war Zederbaum. Diese Familie brachte eine Reihe von Rabbinern und Schriftgelehrten hervor.
[10] Ebenda, S. 295. Zu Trotzki vgl. auch das entsprechende, kritisch gehaltene Kapitel des ehemaligen Trotzkisten Edmund Silberner, Kommunisten zur Judenfrage. Zur Geschichte von Theorie und Praxis des Kommunismus, Opladen 1983, S. 94–117.
[11] Isaac Deutscher, Die ungelöste Judenfrage. Zur Dialektik von Antisemitismus und Zionismus, Berlin [West] 1977, S. 13f. Diese Aufsatzsammlung erschien zuerst 1968 in London unter dem Titel: The Non-Jewish Jew.
[12] Friedrich Engels, Über den Antisemitismus (Aus einem Brief nach Wien), in: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 22, Berlin [DDR] 1963, S. 51.
[13] Léon Blum, Nouvelles conversations avec Goethe et Eckermann [1899], zit. nach Robert S. Wistrich, Revolutionary Jews from Marx to Trotsky, London 1976, S. 158.
[14] Arnold D. Margolin, The Jews of Eastern Europe, New York 1924, S. 7f., zit. nach Albert S. Lindemann, Esau’s Tears. Modern Anti-Semitism and the Rise of the Jews, Cambridge [UK]/New York 1997, S. 424.
[15] Vgl. ebenda, S. 424f.
[16] L. D. Trockij, Pokolenie oktjabrja [Die Generation des Oktobers], Moskau 1924, S. 68, zit. nach Joseph Nedava, Trotsky and the Jews, Philadelphia 1972, S. 123.

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