Montag, 12. November 2018, 19:00 - 21:00, Berlin

Der marktgerechte Patient

Gespräch zu Fallpauschalen und Arbeitsbedingungen im Krankenhaus, im Anschluss Filmvorführung "Der marktgerechte Patient"

Politik im Gespräch

Es gibt zwar zahllose Berichte über skandalöse Zustände in deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei systematisch der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen. Jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn - wer sich auf die Patienten einläßt und Tarife zahlt, macht Verlust. Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dann, wenn er am verletztlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, dem Prinzip der Verwertungslogik untergeordnet.

Gespräch mit Dr. Nadja Rakowitz (Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, vdää) und Silvia Habekost (Krankenschwester bei Vivantes, aktiv bei ver.di und im Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus)

Moderation: Sina Homann

Im Anschluss an das Gespräch wird der Film "Der marktgerechte Patient" (2018) von Leslie Franke und Herdolor Lorenz gezeigt.

Kosten: 2,00 Euro, ermässigt 1,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin