Der Begriff Leseland ist noch immer in der Debatte um eine „Ostidentität“ präsent. Mit Sicherheit gehört zum Leseland, dass es vom Kind bis zur Großmutter kaum Lebens- und Arbeitsbereiche gab, in denen Bücher keine wertvollen Geschenke waren. Auffällig viele Widmungen gab es in den 60er und 70er Jahren im Zusammenhang mit „volkseigenen Betrieben und Arbeitskollektiven". Erkennbar auch, dass Schriftsteller und Leser in besonderer Weise einander gebraucht haben. Lesung und Gespräch mit der Buchautorin Edeltraut Felfe
Mit der Wahl von Ada Colau zur Bürgermeisterin von Barcelona im Jahr 2015 wurde die Stadt zu einem internationalen Bezugspunkt progressiver Stadtpolitik. Maßgeblich geprägt wurde diese Entwicklung durch das Projekt der Bewegungspartei Barcelona en Comú, die bis 2023 die lokale Regierung stellte. Die Veranstaltung gibt Einblicke in den Ansatz des neuen Munizipalismus sowie in zentrale Konzepte, wie etwa lokale Demokratie, Commons und die Verbindung von sozialen Bewegungen und institutioneller Politik.
Im Berufssport spiegel sich die jeweilige Gesellschaftsgeschichte wieder. Dieses gilt auch für den Boxsport. Die Geschichte des deutschen Berufsboxens erzählt der Sportjournalist Martin Krauß
Diesmal lesen wir "Alte Freunde", ein Roman aus dem Jahr 2003 von Rafael Chirbes. Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
China hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem Entwicklungsland zu einer ökonomischen, militärischen und politischen Weltmacht entwickelt. 1990 endete die weltpolitische Bipolarität und die USA wurden zur einzigen Weltmacht. Derzeit ist ein erneuter Wandel zu erkennen, hin zu einer multipolaren Weltordnung, in der China eine wichtige Rolle spielen kann. In der Veranstaltung mit Jochen Willerding werden Gründe für Chinas Aufstieg und Thesen über Chinas zukünftige Rolle diskutiert.
Bahros 1977 im Westen erschienenes Buch „Die Alternative“ machte ihn über Nacht weltbekannt. Er wurde gleich nach Erscheinen des Buches verhaftet und dann wegen „Geheimnisverrats“ zu Haft im berüchtigten Zuchthaus Bautzen II verurteilt. Dort schrieb Bahro heimlich Texte, in denen er seine politischen (leninistischen) Überzeugungen überdachte. Bahros Biograf und Weggefährte Guntolf Herzberg hat diese Texte jüngst veröffentlicht und kommentiert. Er stellt sie bei uns vor.
Im Auftrag der Erben und gefördert durch das deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg erforschte Ulrich Weitz das Schicksal der legendären Kunstsammlung des Kommunisten Eduard Fuchs (1870-1940). Fuchs-Biograf Weitz erzählt in seinem Vortrag von der Beschlagnahmung des Museums Fuchs in Berlin-Zehlendorf durch die Gestapo und seiner Suche nach den verlorenen Schätzen.
Dylans Lebenswerk beweist, dass in Songs alles behandelt und erfahrbar gemacht werden kann, was existiert. Die Meilensteine seiner avantgardistischen Folk- und Rockmusik – heute global rezipierte Klassiker – sind darum nicht weniger als »Geschichtszeichen«. Rüdiger Dannemann wird Dylans Songphilosophie und ihre verschiedenen Phasen darstellen und so die unterschiedlichen Dimensionen seiner Welterkundungen präsentieren. Alle Stadien vereint der Versuch der Befreiung.
Am 22. Mai gibt es letztmalig die Möglichkeit, im Rahmen einer Finissage die Arbeiten von Erna Tober zu sehen. Die Künstlerin erwartet Sie ab 17:00 Uhr bei Fingerfood, Getränken und Gesprächen über Kunst. Die Künstlerin und das Galerieteam freuen sich über Ihren Besuch.
Vor 80 Jahren, am 17. Mai 1946, wurde die DEFA, die Deutsche Film AG, in einem feierlichen Akt unter Teilnahme von Filmschaffenden aus ganz Deutschland gegründet. Ihre Geschichte wird meist über die Filme und deren Regisseure, Kameraleute, Autoren, Schauspieler gespiegelt. Was aber die DEFA war, wie sie zur Quelle wurde für den neuen deutschen Film, warum die ersten fünf Jahre als ihre glücklichste Zeit gelten, ist weitgehend unbekannt. Mit Günter Jordan, Matthias Oehme und Stefanie Eckert
Ines De Nil ist Fotografin und Filmemacherin, die in den späten 1980er- und 1990er-Jahren die queere autonome Szene porträtierte. Bislang wurde nur ein Teil ihres umfangreichen Lebenswerks öffentlich gezeigt. Mit ihren Arbeiten bewegt sie sich an der Schnittstelle zwischen dokumentarischem Zeugnis und künstlerischer Fotografie. Diese Ausstellung versammelt die gesamte Bandbreite Ines De Nils Werks, das neben Fotografie auch Filme, Druckgrafik und Malerei umfasst. Laudatio: Vinzenz Damm, Kunstwissenschafter, Halle (Saale); Musik: IUMA (Gesang, Klavier). Die Ausstellung ist bis zum 4. September 2026 zu sehen.
Gespräch mit Jürgen Tatzkow über seinen Vater Horst Tatzkow, der sich in Zeiten des Kalten Krieges als Diener zweier Geheimdienste verdingte. Mit seiner Enttarnung als CIA-Agent in der DDR brach für seinen ahnungslosen 15-jährigen Sohn eine Welt zusammen. Nach der Haftentlassung war Horst Tatzkow für die HVA, den ostdeutschen Auslandsgeheimdienst tätig. Sein Sohn Jürgen bietet Einblicke in seine Familiengeschichte.
Zwischen 1964 und 1973 entstand rund um den Alexanderplatz das Hochhausensemble der DDR-Moderne. Derzeit werden dort unter ganz anderen gesellschaftlichen Vorausetzungen neue Hochhäuser gebaut. Rundgang mit Katrin Lompscher & Christoph Trautvetter.
Wir starten um 9:30 Uhr am Ostbahnhof und fahren nach Eberswalde. Dort beginnen wir gegen 10:30 Uhr am Synagogendenkmal mit einem historischen Stadtrundgang. Nach einem Mittagsimbiss werden wir beide jüdischen Friedhöfe besuchen und anschließend nach Finow fahren, um an Führungen im Finower Wasserturm und durch die Messingwerksiedlung teilzunehmen. Diese Siedlung ist eng mit der jüdischen Unternehmerfamilie Hirsch und mit der Industriegeschichte der Region verbunden. mit Ellen Grünwald, Anke-Geißler-Grünberg
Was haben gegenwärtige Berliner Post-Punk Bands gemeinsam mit Friedrich Nietzsche, Simone Weil, Hannah Arendt und Maurice Merleau-Ponty? Was haben Dialektischer Materialismus, Francis Fukuyama, kommerzielle Pop Musik und Big Tech gemeinsam? Der performative Vortrag untersucht zwei trans-epochale Konstellationen und wie sie zueinander stehen ...
Toni Negri wird Ende der 1970er Jahre verhaftet und beschuldigt, der geheime Drahtzieher des linken Terrorismus in Italien zu sein. Jahre später wird er freigesprochen und als bedeutender Philosoph gefeiert – für seine Tochter Anna jedoch bleibt die Verhaftung ein tiefer Bruch. In Venedig begegnet die Regisseurin dieses persönlichen Werkes ihrem Vater ein letztes Mal vor der Kamera ...
Die Tour ist derzeit ausgebucht. Interessierte können sich in die Warteliste eintragen und erhalten eine Info, falls Plätze frei werden.
Erik Neutsch war einer der bekanntesten Autoren der DDR, unbequem und streitbar, dem Sozialismus in der DDR aber bis zum Schluss verbunden. Sein erster Roman „Spur der Steine“ fand große Zustimmung wie heftige Ablehnung gleichermaßen. Nun hat sich Heinrich-Mann-Preisträger Gunnar Decker auf die Spuren des Lebens von Erik Neutsch begeben und eine umfangreiche Biografie unter dem Titel „Erik Neutsch: Der letzte Jakobiner“ herausgebracht. Dazu konnte er bislang unbekanntes Archivmaterial aus dem Nachlass sichten. Moderation: Dagmar Enkelmann
Diesmal lesen wir einen Roman des irischen Autors Paul Lynch. Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
Eva Maria Kohl stellt die Arbeitsweise und das Leben der Kinderbuchillustratorin, Künsterlin und Karikaturistin Elizabeth Shaw vor.
Lutz van Dijk blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das ihn über New York, Hamburg, Amsterdam und Jerusalem bis nach Kapstadt führte. In seiner politischen Autobiografie beschreibt er u.a. seine Anfänge in der Friedensbewegung, seinen Einsatz gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten sowie seine Arbeit als Journalist, Historiker und Pädagoge. In Südafrika gründete er mit seinem Mann ein Haus für Straßenkinder in Kapstadt, das 2002 von Erzbischof Tutu eröffnet wurde. In der Veranstaltung spricht er mit Petra Pau über sein Leben.