Dienstag, 19. Mai 2026, 19:00 bis 21:00, Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin

Rudolf Bahros Gefängnisschriften von 1978/79

Selbstverständigung eines marxistischen Häretikers

Geschichte

Buchcover

Rudolf Bahro ist einer der bekanntesten SED-Kritiker aus der DDR. Sein 1977 im Westen erschienenes Buch "Die Alternative" machte ihn über Nacht weltbekannt. Bahro war ein Häretiker aus der Partei, der den Machthabern die Klassiker des Marxismus-Leninismus unter die Nase hielt und die Diskrepanzen zwischen Theorie und Realität herausarbeitete. 
Er wurde gleich nach Erscheinen des Buches verhaftet und wegen "Geheimnisverrats" zu 8 Jahren Haft im berüchtigten Zuchthaus Bautzen II verurteilt. Dagegen regte sich weltweit Protest. Auch deshalb entließ ihn die Staats- und Parteiführung aus Anlass des 30. Jahrestages der DDR 1979 in den Westen. 
Während seiner Haftmonate schrieb Bahro heimlich Texte, in denen er seine bisherigen politischen (leninistischen) Überzeugungen überdachte. Er schlug einen am Eurokommunismus orientierten Weg ein.
Bahros Biograf und damaliger Weggefährte Guntolf Herzberg hat diese Texte nun veröffentlicht und kommentiert. In der Veranstaltung wird er die damaligen Geschehnisse und den Inhalt der Gefängnisschriften schildern.

Referent: Guntolf Herzberg
Moderation: Alexander Amberger

Kosten: 2 €

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin