Montag, 28. November 2022, 15:00 - 21:00, Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

125 Jahre deutscher Imperialismus

Die Kolonialpolitik des Kaiserreichs aus Sicht der Betroffenen und die Haltung der Linken damals und heute

Konferenz

Reichskanzler von Bülow verkündet 1897 vor dem Reichstag, dass das Reich einen "Platz an der Sonne" beanspruche. Bismarcks ausgewogene Politik ist lange vergessen, das junge Deutsche Kaiserreich sucht seinen Platz in Europa und in der Welt und es soll der erste Platz sein.
Doch Deutschland kommt zu spät, die konkurrierenden europäischen Großmächte haben die meisten Kolonialgebiete bereits unterworfen und aufgeteilt. Das beginnende, deutsche Großmachtstreben birgt somit außenpolitisches Konfliktpotential und sorgt für eine aggressive koloniale Eroberungspolitik. Gleichzeitig sollen Säbelrasseln und Verheißungen einer Großmachtpolitik die inneren Klassenwidersprüche kitten.
Die Folgen waren fatal: Die Eroberungspolitik kostete zehntausenden Menschen das Leben. Sie war das Präludium für den späteren Ersten Weltkrieg und nachfolgendes Blutvergießen. Sie führte schließlich auch in der deutschen Arbeiterbewegung zu einer Spaltung zwischen internationaler Solidarität und erwachendem Chauvinismus.
Die  Konferenz soll dieses Spannungsfeld grenzüberschreitend thematisieren und hierzu auch mit Historikerinnen aus Afrika ins Gespräch kommen. Die Kontroversen innerhalb der damaligen Sozialdemokratie und aktuelle Auseinandersetzungen mit post-kolonialen und imperialismustheoretischen Themen in der heutigen Linken werden damit aktuell.

Programm:
15.00 – 16.15
Moderation: Karlen Vesper, Vorstandsmitglied Helle Panke, Redakteurin nd
•    Dr. Stefan Bollinger: Der Imperialismus – ein Zombie? Die vielen Gestalten nicht nur deutscher imperialistischer Politik
•    Dr. Ralf Hoffrogge: Sozialdemokratie und Kolonialpolitik – Zustimmung, Widerspruch, Widerstand
•    Stefan Seefelder: Vom Schicksal einer deutschen Musterkolonie – das Beispiel Togo (zugeschaltet aus Togo)

16.30 – 18.00
Podium I: Linke im Widerstreit
•    Dr. Mirjam Sachse: Frauenbewegung gegen Kolonialismus (und Militarismus) – oder auch nicht?
•    Klaus Leesch: Ein sozialistischer Kolonialismus und Eduard Bernstein
•    Dr. Holger Czitrich-Stahl: Georg Ledebour - Mit Empathie und klarem Rechtsstandpunkt für das Selbstbestimmungsrecht der kolonisierten Völker

18.30
•    Dr. Christin Bernhold: Sozialdemokratische Imperialismustheorien am Vorabend des Weltkriegs

19.00 – 20.30
Podium II: Wie umgehen mit der historischen Schuld?
•    Israel Kaunatjki: Namibia - Kolonialverbrechen und Vergangenheitsbewältigung
•    Sevim Dagdelen, MdB: Restitution, Entschädigung, Reparationen - wie wird Deutschland seiner historischen Schuld und Verantwortung gerecht
•    Dr. Joachim Zeller: Deutschland postkolonial? Die Gegenwart der imperialen Vergangenheit

Eine Konferenz in Kooperation von "Helle Panke" e.V. und dem Farafina Afrika-Haus e.V.

 

Besucherinnen und Besuchern wird das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen.

Kosten: 6 / erm. 4 Euro

Wo?

Afrikahaus
Bochumer Straße 25
10555 Berlin