Am 22. Mai gibt es letztmalig die Möglichkeit, im Rahmen einer Finissage die Arbeiten von Erna Tober zu sehen. Die Künstlerin erwartet Sie ab 17:00 Uhr bei Fingerfood, Getränken und Gesprächen über Kunst. Die Künstlerin und das Galerieteam freuen sich über Ihren Besuch.
Vor 80 Jahren, am 17. Mai 1946, wurde die DEFA, die Deutsche Film AG, in einem feierlichen Akt unter Teilnahme von Filmschaffenden aus ganz Deutschland gegründet. Ihre Geschichte wird meist über die Filme und deren Regisseure, Kameraleute, Autoren, Schauspieler gespiegelt. Was aber die DEFA war, wie sie zur Quelle wurde für den neuen deutschen Film, warum die ersten fünf Jahre als ihre glücklichste Zeit gelten, ist weitgehend unbekannt. Mit Günter Jordan, Matthias Oehme und Stefanie Eckert
Ines De Nil ist Fotografin und Filmemacherin, die in den späten 1980er- und 1990er-Jahren die queere autonome Szene porträtierte. Bislang wurde nur ein Teil ihres umfangreichen Lebenswerks öffentlich gezeigt. Mit ihren Arbeiten bewegt sie sich an der Schnittstelle zwischen dokumentarischem Zeugnis und künstlerischer Fotografie. Diese Ausstellung versammelt die gesamte Bandbreite Ines De Nils Werks, das neben Fotografie auch Filme, Druckgrafik und Malerei umfasst. Laudatio: Vinzenz Damm, Kunstwissenschafter, Halle (Saale); Musik: IUMA (Gesang, Klavier). Die Ausstellung ist bis zum 4. September 2026 zu sehen.
Gespräch mit Jürgen Tatzkow über seinen Vater Horst Tatzkow, der sich in Zeiten des Kalten Krieges als Diener zweier Geheimdienste verdingte. Mit seiner Enttarnung als CIA-Agent in der DDR brach für seinen ahnungslosen 15-jährigen Sohn eine Welt zusammen. Nach der Haftentlassung war Horst Tatzkow für die HVA, den ostdeutschen Auslandsgeheimdienst tätig. Sein Sohn Jürgen bietet Einblicke in seine Familiengeschichte.
Zwischen 1964 und 1973 entstand rund um den Alexanderplatz das Hochhausensemble der DDR-Moderne. Derzeit werden dort unter ganz anderen gesellschaftlichen Vorausetzungen neue Hochhäuser gebaut. Rundgang mit Katrin Lompscher & Christoph Trautvetter.
Wir starten um 9:30 Uhr am Ostbahnhof und fahren nach Eberswalde. Dort beginnen wir gegen 10:30 Uhr am Synagogendenkmal mit einem historischen Stadtrundgang. Nach einem Mittagsimbiss werden wir beide jüdischen Friedhöfe besuchen und anschließend nach Finow fahren, um an Führungen im Finower Wasserturm und durch die Messingwerksiedlung teilzunehmen. Diese Siedlung ist eng mit der jüdischen Unternehmerfamilie Hirsch und mit der Industriegeschichte der Region verbunden. mit Ellen Grünwald, Anke-Geißler-Grünberg
In ihrem Buch „Der große Schock“ lässt Katrin Rohnstock jene zu Wort kommen, die das Wirken der Treuhandanstalt direkt an der Basis, in Produktion und Betriebsverwaltung, zu spüren bekamen. Über das Buch und das (Nach-)Wirken der Treuhand im Osten Deutschlands diskutiert sie in der Veranstaltung mit dem Moderator Uwe Trostel und dem Publikum.
Wie kann die Lebenssituation wohnungsloser und/oder drogengebrauchender Menschen verbessert werden jenseits ordnungspolitischer und repressiver Maßnahmen oder symbolischer Politik? Gehen gesundheits- und sozialpolitische Strategien sinnvoll zusammen? Wie kann es gelingen, die verschiedenen Nutzungsbedürfnisse des öffentlichen Raums verträglich zu gestalten? Nach dem Podiumsgespräch im Aquarium besuchen wir den Drogenkonsumraum in der Reichenberger Straße 176 um Einblick in die Praxis zu erhalten. Mit: Elke Breitenbach, Raphael Schubert, Jörge Bellin und Klaus Lederer
Was haben gegenwärtige Berliner Post-Punk Bands gemeinsam mit Friedrich Nietzsche, Simone Weil, Hannah Arendt und Maurice Merleau-Ponty? Was haben Dialektischer Materialismus, Francis Fukuyama, kommerzielle Pop Musik und Big Tech gemeinsam? Der performative Vortrag untersucht zwei trans-epochale Konstellationen und wie sie zueinander stehen. Anschließend: DJ Set. Referent und DJ: Michel Chevalier
Toni Negri wird Ende der 1970er Jahre verhaftet und beschuldigt, der geheime Drahtzieher des linken Terrorismus in Italien zu sein. Jahre später wird er freigesprochen und als bedeutender Philosoph gefeiert – für seine Tochter Anna jedoch bleibt die Verhaftung ein tiefer Bruch. In Venedig begegnet die Regisseurin dieses persönlichen Werkes ihrem Vater ein letztes Mal vor der Kamera. Zwischen politischer Überzeugung und persönlichem Schmerz ringen sie um Nähe, Verantwortung und die Frage, welchen Preis Ideale fordern – für eine Familie und eine ganze Generation. Vor dem Film Gespräch mit Anna Negri und Clio Nicastro
Jens Momsen, Mirela Kulin und Wolfgang Reuter präsentieren in einer kabarettistischen szenischen Lesung Jobcenter-Episoden voller authentischer Erfahrungen, feinsinnig satirisch-sarkastisch verpackt. Erleben Sie skurrile Gestalten, arbeitswillige Arbeitslose in absurden, realen und irrealen Alltagssituationen, die sich in unseren Jobcentern täglich tausendfach so oder so ähnlich abspielen. Tauchen Sie ein, in eine Problemwelt, die der gemeine deutsche Bürger nur aus der medialen Klischeekiste kennt.
Ausgehend von Frantz Fanons Werk „Die Verdammten dieser Erde“ soll erschlossen werden, was den kubanischen Weg als Kampf um eine antikoloniale Befreiung so besonders macht und welche Implikationen hieraus für die heutige kubanische Gesellschaft hervorgehen. Auf dieser Grundlage nähern wir uns der gegenwärtigen kubanischen Realität unter der Erpressungpolitik der Trump-Regierung: Was ist von den Versprechen der Revolution geblieben? Wie ist das bisherige Ausbleiben der Hungerrevolten zu erklären? Vortrag mit Bildern, entstanden bei der Bildungsreise der Helle Panke e.V. nach Kuba im Februar 2026.
Die Tour ist derzeit ausgebucht. Interessierte können sich in die Warteliste eintragen und erhalten eine Info, falls Plätze frei werden.
Erik Neutsch war einer der bekanntesten Autoren der DDR, unbequem und streitbar, dem Sozialismus in der DDR aber bis zum Schluss verbunden. Sein erster Roman „Spur der Steine“ fand große Zustimmung wie heftige Ablehnung gleichermaßen. Nun hat sich Heinrich-Mann-Preisträger Gunnar Decker auf die Spuren des Lebens von Erik Neutsch begeben und eine umfangreiche Biografie unter dem Titel „Erik Neutsch: Der letzte Jakobiner“ herausgebracht. Dazu konnte er bislang unbekanntes Archivmaterial aus dem Nachlass sichten. Moderation: Dagmar Enkelmann
Raef Zreik will discuss what it might mean to „decolonize Palestine“. While some in Israeli society reject the concept of decolonization as wholly inappropriate, others appear drawn to fantasies of an „Algerian solution“. The lecture will explore what obligations colonized and colonizers may owe one another, and whether such claims can still be articulated after the Hamas massacre of October 7 and two years of criminal Israeli warfare in Gaza. Referent: Raef Zreik (In Eng.)
Laut aktuellem Stadtentwicklungsplan Wohnen befinden sich 7 der 17 geplanten Neuen Stadtquartiere mit zehntausenden Wohnungen im Bezirk Pankow. Auf der Radtour wollen wir uns mehrere geplante Standorte anschauen, mit Erläuterung und Diskussionen des Standes der Planungen des Berliner Senats. Wir erfahren in Gesprächen mit der lokalen Bürgerschaft kritische Einwände gegen die Projekte. Die Tour ist ca. 15 km lang mit mehreren Zwischenstationen.
Diesmal lesen wir einen Roman des irischen Autors Paul Lynch. Der Buchklub beschäftigt sich mit dem Alltag in autoritären Gesellschaften. Wir lesen Romane, die sowohl rasche Regimewechsel als auch das langsame Hinabgleiten in den Autoritarismus oder Übergänge von allgegenwärtiger Beobachtung über gesellschaftliche Entmutigung bis hin zu persönlicher Freiheitsberaubung literarisch darstellen.
Die Bilderbücher der irischen Künstlerin Elizabeth Shaw (1920–1992), die nach dem Krieg nach Berlin Pankow kam, haben viele Kinder in der DDR gelesen und geliebt. „Der kleine Angsthase“ oder „Zilli, Billi und Willi“ fehlten damals in keinem Kindergarten. Bevor sie eigene Kinderbücher schrieb, illustrierte sie Texte von Bert Brecht, Mark Twain, James Krüss u.a. Weniger bekannt ist ihr umfangreiches Werk als Karikaturistin für Zeitschriften. 1959 porträtierte sie 43 Mitglieder der Akademie der Künste. Ihr besonderer minimalistischer Zeichenstil, ihre kritische und humorvolle Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen ihrer Zeit machen neugierig. Vortrag und Gespräch mit Eva Maria Kohl
Mehr als 4000 Westberliner arbeiteten bei der Reichsbahn, die samt Gleisanlagen, der S-Bahn und großen Reichsbahnausbesserungswerken in Tempelhof und Wannsee zum Eigentum der DDR gehörte. Ines De Nil porträtierte 1991 die Werktätigen in Tempelhof und dokumentierte diesen beinahe normalen Arbeitsplatz, kurz bevor er 1992 endgültig schloss. Davon ausgehend produzierte Ines De Nil zusammen mit Detlef Fluch 2013 den Dokumentationsfilm „Wer bei der Reichsbahn war, war ein roter Hund“, der die damals fotografierten Orte und Personen wieder aufsucht und befragt. Nach dem Film spricht Vinzenz Damm mit Ines de Nil
Zum 75-jährigen Jubiläum von Hannah Arendts monumentaler Studie "The Origins of Totalitarianism" (1951, dt: "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft", 1955) erscheint in der Hannah Arendt Edition eine kritische Neuausgabe des Bandes. Die HerausgeberInnen stellen diese vor, präsentieren den Mehrwert einer kritischen Edition und beleuchten das Spektrum von Arendts politischem Denken. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Arendts Verhältnis zu Rosa Luxemburg gelegt.
Seit über 30 Jahren bieten wir antiquarische Bücher aus Spenden und Nachlässen an. Unser Bücherkeller ist voll. Wir brauchen Platz! Vom 29.6. bis 5.7. ist täglich von 10 bis 17 Uhr Zeit für Buchschnäppchen: Dann gibt es Sonderangebote und Mengenrabatte, vor allem für: DDR-Literatur, Krimis, Weltliteratur, Bildbände, Kunstbücher, Philosophie, Geschichte, Marxismus und Leninismus, Klassensätze, Buchreihen, Wörterbücher u.v.m. Wir freuen uns über Ihren Besuch!
Zum Ende der DDR gab es 78 zentral zugelassene Verlage, obwohl von der Sowjetischen Militäradministration nach 1945 mehr als 200 eine Genehmigung erhalten hatten. Der Verlagshistoriker Christoph Links hat die Geschichte von 150 verschwundenen Verlagen recherchiert und geht der Frage nach, warum und wie sie verschwanden. Dahinter steht die grundsätzliche Frage, mit welchen Mitteln und Methoden die SED-Führung im Bereich der Kulturwirtschaft agierte.
Andreas Hejnol leitet als Professor das Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Universität Jena. In seinem Vortrag fragt er, was die Evolutionsbiologie tatsächlich über Geschlecht weiß – und wie vielfältig, fluide und überraschend die „Lösungen“ sind, die das Tierreich im Laufe der Evolution hervorgebracht hat. Er zeigt, warum Vorstellungen einer klaren biologischen Zweigeschlechtlichkeit dem aktuellen Forschungsstand nicht standhalten.
Lutz van Dijk blickt auf ein bewegtes Leben zurück, das ihn über New York, Hamburg, Amsterdam und Jerusalem bis nach Kapstadt führte. In seiner politischen Autobiografie beschreibt er u.a. seine Anfänge in der Friedensbewegung, seinen Einsatz gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten sowie seine Arbeit als Journalist, Historiker und Pädagoge. In Südafrika gründete er mit seinem Mann ein Haus für Straßenkinder in Kapstadt, das 2002 von Erzbischof Tutu eröffnet wurde. In der Veranstaltung spricht er mit Petra Pau über sein Leben.
Ein Werkstattgespräch zu einem Lexikon in Entstehung mit Thomas Möbius. Moderation: Birgit Ziener