Donnerstag, 15. Juli 2021, 20:00 - 23:00, //:about blank, Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin

20 Jahre G8 Gipfel in Genua – Aufstieg und Fall der Anti-Globalisierungsbewegung

Junge Panke

Plakat aus der Antifabewegung, das direkt nach dem Gipfel erschienen ist.

Das G8 Treffen im Juli 2001 im italienischen Genua war, zusammen mit dem WTO Gipel in Seattle 1999, Höhepunkt einer Bewegung, die um die Jahrtausendwende quasi über Nacht entstand: die Globalisierungsbewegung. Doch so plötzlich diese Bewegung erschien, so plötzlich endete sie. Grund für das abrupte Ende waren nicht die Geschehnisse in Genua - etwa der Tod von Carlo Giuliani, die Polizeigewalt in der Diaz-Schule - sondern ein Ereignis nicht einmal zwei Monate danach: Mit dem 11. September und dem „Krieg gegen den Terror“ begann eine neue historische Sequenz.

Seitdem findet zwar durchaus eine rasante Globalisierung statt. Aber sie wird vorgetrieben durch Krisen mit einem globalen Charakter: angefangen mit den „Kriegen gegen den Terror“ nach dem 11. September 2001 und dem Aufstieg des politischen Islam, gefolgt von der Finanzkrise von 2008 und ihrer Umwandlung in eine „Staatsschuldenkrise“ und in Austeritätspolitik, 2015 war der Höhepunkt der sogenannten Migrationskrise, gefolgt von den Maßnahmen gegen den islamistischen Terrorismus und dem Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte und Regime, und in den letzten Jahren war die Klimakrise ein beherrschendes globales Thema. Die Corona-Krise brachte schließlich den viralen und pandemischen Charakter dieser globalen Krisen wie in einer Zusammenfassung auf den Punkt.

Während die Linke auf diese Abfolge globaler Krisen mit Abwehrkämpfen und der Verteidigung zivilisatorischer Standards reagierte, wurde die globalisierungskritische Bewegung durch eine reaktionäre Anti-Globalisierungsbewegung ersetzt. Sie setzt sich zusammen aus den Kräften und Parteien des Rechtspopulismus und aus Verschwörungsideologien, aus "illiberaler Demokratie" und autoritärer Politik, präsent im Internet und auf der Straße, in Parlamenten und in Institutionen – wie eine dunkle Version der „Multitude“, also derjenigen bunten Menge der Vielen, die Antonio Negri ursprünglich in der Globalisierungsbewegung gesehen hatte.

Frank Engster wird über den G8 in Genua und Aufstieg und Fall der Globalisierungsbewegung referieren, Katharina Gamm (Rechtsanwältin) wird über die juristische Dimension der Gipfeltage berichten.

Im Anschluss zeigen wir den Film G8 Genua 2001 von Kanal B im Garten des Technoclubs ://aboutblank.

Die ganze Veranstaltung findet an der frischen Luft statt. Bei Regen im Zelt ohne Zeltwände. Aufgrund der zurzeit noch herrschenden Abstandsregeln gibt es nur eine begrenzte Kapazität. Sie müssen sich daher anmelden.

Kosten: 2 Euro, ermässigt 1 Euro

Wo?

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