Samstag, 18. April 2020, 14:00 - 16:00, Max-Lingner-Haus, Beatrice Zweig Straße 2, 13156 Berlin

DenkMalTour: Der Maler Max Lingner und die Erich-Weinert-Siedlung in Pankow-Niederschönhausen

DenkMalTour

Vor 70 Jahren, am 16. März 1950, erlässt das Ministerium für Aufbau der DDR die "Verordnung zur Entwicklung einer fortschrittlichen demokratischen Kultur des deutschen Volkes und zur weiteren Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Intelligenz" und schafft so die rechtliche Grundlage für städtekulturelle Wiederbelebungsmaßnahmen und zugleich für kulturpolitische Integrationsprogramme. Im Mittelpunkt der sogenannten Kulturverordnung steht die von den Alliierten gemeinsam verwaltete Vier-Sektorenstadt Berlin. Neben den Ansiedlungen in Grünau und in Pankow-Niederschönhausen (Fritz- Erpenbeck-Straße) sollte die ERICH-WEINERT-SIEDLUNG an der Schönholzer Heide eines von drei wichtigen Zentren von Schriftsteller*innen und Künstler*innen in Ost-Berlin werden. Zur Intelligenz gehörte zu diesem Zeitpunkt ein großer Teil der Remigranten und Remigrantinnen mit unterschiedlicher Erfahrung des Ost- bzw. West-Exils. So wohnten namhafte Künstler wie der Komponist Hanns Eisler, der aus Moskau zurückgekehrte Schriftsteller Erich Weinert, der jüdische Exilschriftsteller Arnold Zweig und seine Frau, die Malerin Beatrice Zweig, der aus Frankreich wiedergekommene Maler Max Lingner und der aus dem Londoner Exil zurückgekehrte Bildhauer Theo Balden in der ERICH-WEINERT-SIEDLUNG bzw. ihrer unmittelbarer Nachbarschaft.

In den Jahren 2010/11 gelang es, das Wohnhaus des Malers und Zeichners Max Lingner (1888–1959) denkmalgerecht zu sanieren. Es beherbergt heute die Max-Lingner-Stiftung, die an Leben und Werk des Malers erinnert und sein künstlerisches Schaffen erschließt. Außerdem ist das ehemalige Atelier Max Lingners Ort für ein reges kulturelles Veranstaltungsprogramm, das auch immer wieder das Schicksal der aus dem Exil heimgekehrten Bewohnerinnen und Bewohner der ERICH-WEINERT-SIEDLUNG zum Thema hat.

Die DenkMalTour stellt zunächst in einem Lichtbildvortrag Leben und Werk Max Lingners vor. Es schließt sich eine Führung an, die das Haus des Malers sowie den vom Landschaftsarchitekten Reinhold Lingner geschaffenen Hausgarten präsentiert und dann, die Beatrice-Zweig-Straße durchwandernd, mit der Geschichte der ERICH-WEINERT-SIEDLUNG und einiger ihrer ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner bekannt macht.

Führung: Michael Leetz (freier Mitarbeiter der Max-Lingner-Stiftung).

Kosten: 4

Wo?

Max-Lingner-Haus
Beatrice Zweig Straße 2
13156 Berlin