Freitag, 9. November 2018, 19:00 - 21:00, Berlin

Arbeiter in der Staatspartei. Die SED-Parteibasis in den 1980er Jahren

Geschichte

Buchcover

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) verstand sich als Arbeiterpartei und wies in ihrer offiziellen Mitgliederstatistik einen Arbeiteranteil von knapp 60 Prozent aus. Zwar ist diese hohe Arbeiterquote Ergebnis statistischer Manipulationen. Doch hielt die über 2 Millionen Mitglieder starke Staatspartei mit einem tatsächlichen Arbeiteranteil von etwa 33 Prozent immer noch eine beträchtliche Anzahl von Genossen in ihren Reihen, die an der Werkbank tätig waren.
Warum Industriearbeiter ein Parteibuch besaßen und welchen Stellenwert sie dem Parteileben im Betriebsalltag einräumten, soll am Beispiel des ehemaligen Stahlwerks in Brandenburg/Havel ebenso beleuchtet werden wie der schwindende Rückhalt für die SED in den Industriebetrieben im Laufe der 1980er Jahre. Als die SED im Herbst 1989 mit den Massenaustritten ihren Zerfall erlebte, waren es überwiegend Arbeiter, die der Partei zuerst den Rücken kehrten.

Referentin: Dr. Sabine Pannen (Kopenhagen, 2017 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Dissertation "Wo ein Genosse ist, da ist die Partei! Der innere Zerfall der SED-Parteibasis 1979-1989", erschienen im Ch. Links Verlag 2018)
Moderation: Dr. Alexander Amberger

Kosten: 2,00 Euro

Wo?

Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin