Zum Tode von Kurt Neumann (10.6.1945 - 2.10.2021)

Ich habe heute erfahren, dass unser langjähriges Mitglied Kurt Neumann am Samstag verstorben ist. Dass ich diesen Text schreibe, hat wohl auch damit zu tun, dass ich ihn recht gut kannte.
Ich lernte Kurt bereits vor meiner Zeit in der Hellen Panke kennen. Wir waren Arbeitskollegen der Linksfraktion im Bundestag. Kurt war einer jener Kollegen, mit denen ich wirklich gut auskam. Ich lernte ihn mögen und schätzen. Daran änderte sich nichts, als ich Mitglied in der Hellen Panke wurde. Ganz im Gegenteil! Kurt war zu diesem Zeitpunkt bereits ein langjähriges Vereinsmitglied und auch im Vorstand tätig. In kontroversen Diskussionen trug er oft zur Versachlichung bei, ohne dabei dem Irrglauben zu unterliegen, dass man dabei seine eigene Position verstecken müsse. Nein, Kurt hatte immer klare Positionen und er machte sie auch klar.
Als ich Vorstandsvorsitzender wurde, hatte ich auch unerfreuliche Dinge zu tun, wie etwa juristische Auseinandersetzungen mit der Senatsverwaltung zu führen. Es war gut, Kurt dabei an meiner Seite zu wissen. Mir ist von Vereinsmitgliedern der ersten Stunde erzählt worden, dass er auch früher gerade bei juristischen Auseinandersetzungen äußerst hilfreich war. Und Kurt konnte auch gut durch Mitgliederversammlungen navigieren.
Kurt hatte übrigens Humor, eine Seite, die er sehr gut verbergen konnte. Aber sie war da. Und Kurt war, was heute leider seltener vorkommt, in theoretischen Fragen beschlagen. Ein sattelfester Marxist. Mit ihm über derartige Themen zu diskutieren, war für mich immer ein Vergnügen.
Es ist keine Floskel, wenn ich sage, dass er mir fehlen wird. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen anderen auch so geht.

Dr. Olaf Miemiec
Vorstandsvorsitzender