6. März 1978 - Staat und Kirche in der DDR

Mitschnitt einer Veranstaltung der Reihe Gechichte im März 2018

Dr. Karsten Krampitz (Historiker), Rudi-Karl Pahnke (1972 bis 1982 Pfarrer in Berlin), Wolfgang Rüddenklau (1986 Mitbegründer der Umweltbibliothek in der Zionskirche).
6. März 1978 - Staat und Kirche in der DDR by Rosa-Luxemburg-Stiftung

In keinem anderen Land des sowjetischen Machtgefüges - mit Ausnahme Polens - ist die Kirche ein derart politik- und gesellschaftsrelevanter Faktor gewesen. Wolfgang Rüddenklau, Pastorensohn, Anarchist und die zentrale Figur der Umweltbibliothek in der Ostberliner Zionskirchgemeinde, erinnerte sich viele Jahre nach dem Ende der DDR: "Es gab in den 1980er-Jahren zunehmend ein paar Freiräume, die unter anderem daher kamen, dass die evangelische Kirche mit der SED einen Vertrag gemacht hat, der innerkirchliche Druckerlaubnis, Veranstaltungsfreiheit und dergleichen sicherte – sozusagen die einzige unabhängige Institution innerhalb dieses Staates und selbst für Ostblockverhältnisse eigentlich einmalig."
Wie der von Rüddenklau sogenannte "Vertrag" zustande gekommen ist, d.h. die Übereinkunft, die Staat und Kirche beim "Spitzengespräch" Honecker-Schönherr am 6. März 1978 getroffen haben, war Gegenstand dieser Veranstaltung.

Diskussion mit: Dr. Karsten Krampitz (Historiker, zuletzt erschienen: "'Jedermann sei untertan': Deutscher Protestantismus im 20. Jahrhundert. Irrwege und Umwege"), Rudi-Karl Pahnke (1972 bis 1982 Pfarrer in Berlin-Prenzlauer Berg mit Kontakten zu oppositionellen Kreisen) und Wolfgang Rüddenklau (1986 Mitbegründer der Umweltbibliothek in der Zionskirche).