Zum Nachhören: Der deutsche Exportüberschuss in kontroverser Debatte. Kommentar aus makroökonomischer Perspektive

Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke in der Reihe „Forum Wirtschafts- und Sozialpolitik“ vom 15. Juni 2017

Referentin: Prof. Christa Luft

Deutschland erzielt seit Euro-Einführung permanent hohe Exportüberschüsse. Die in Wirtschaftswissenschaft und -politik dominierende neoklassische Denkschule preist das als Zeugnis internationaler Wettbewerbsfähigkeit des Landes und Mehrung gesellschaftlicher Wohlfahrt. Hier soll das Phänomen nicht aus einzelwirtschaftlicher Sicht von Exportunternehmen, sondern aus makroökonomischer Perspektive betrachtet werden.

Nicht hohe Exportquoten sind das Problem, sondern permanent hohe Exportüberschüsse. Die manifestieren eine anhaltende Importschwäche des eigenen Landes, entziehen ihm Ersparnisse für eine stabile zukunftsfähige Entwicklung und bringen andere Länder in eine dauerhafte Defizitposition, ja in die Schuldenfalle mit dramatischen Folgen. Sie machen das eigene Land gegenüber Konflikten jeder Art auf der Welt angreifbar und destabilisieren den weltweiten Handel. Was also tun gegen ein exorbitantes Außenhandelsungleichgewicht, das, wie die aktuelle Lage zeigt, Handelskriege provozieren kann?

Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke