Zum Verhältnis von Situativem und Prinzipiellem in Marx journalistischer Kritik der 1850er Jahre

Mitschnitt einer Veranstaltung der Hellen Panke der Reihe „Literatur und Gesellschaft“ vom 19. Juni 2017

Viel Aufmerksamkeit kommt Marxʼ theoretischen Triumphen zu, die er etwa im „Manifest“ oder im „Kapital“ feiert. Doch was ist, wenn seine Erwartung einer revolutionären gesellschaftlichen Veränderung, wie er 1848 sie formuliert, einer Realitätsprüfung ausgesetzt ist?
Der Vortrag legt den Fokus darauf, wie sich Marx in Phasen der revolutionären Flaute positioniert, wie er politische Irritationen verarbeitet und um Erklärungen für enttäuschende gesellschaftliche Entwicklungen ringt. Die bisherige Erforschung seiner journalistischen Texte der Dekade zwischen Entstehung des „Manifests“ und der „Grundrisse“ konzentriert sich auf einzelne von ihm behandelte, oft länderspezifische Fragen. Dabei bleibt der Blick auf die Gesamtheit der Artikel als eigenes Marxʼsches Textgenre sowie auf die Besonderheiten der darin angewandten Argumentation zumeist flüchtig.

Referentin: Anna-Sophie Schönfelder (Universität Osnabrück)

Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke