Zum Nachhören: (Un)sicherer Raum Verschwundene, Kriminalität und der Staat in Mexiko

Mitschnitt einer Veranstaltung in der Reihe Internationale Politik im März 2017

Referentin: Alke Jenss

Das Verschwindenlassen von 43 und die Ermordung von 3 Studierenden der Escuela Normal Rural am 26. September 2014 machte die Ortschaft Ayotzinapa in Mexiko weltweit bekannt. Obwohl Ayotzinapa kein Einzelfall ist, offenbart dieser symbolisch aufgeladene Fall von Verschwindenlassen wie sehr die Transformation und Durchsetzung von Staatlichkeit in Mexiko mit einer Verquickung von Staat und Kriminalität einhergeht. Die Parole der nach Ayotzinapa aufkommenden Proteste war "fue el estado" ("es war der Staat") – Protestierende machten Sicherheitskräfte aller Ebenen für den Fall verantwortlich. Das Verhältnis zwischen Staat und Gewalt ist somit ein wesentlich komplexeres als die jeweiligen Regierungsprogramme nahelegen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der vorausgehenden Phase des staatlichen Umbaus: Um die Gemengelage von 2014/15 nachzuvollziehen, ist es unerlässlich, die Bedingungen dieses Umbaus in Mexiko zu kennen, die Fälle wie das Verschwindenlassen von Ayotzinapa erst möglich machten. Gerade verfestigte Gewaltordnungen sind also nicht ohne den Staat und ohne ein Verständnis von staatlicher Gewaltausübung zu denken.

Referentin: Alke Jenss

Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke