Bericht über die Veranstaltung "Wohin des Weges?!"

Zur Geschichte des Gartendenkmals Treptower Park und des Sowjetischen Ehrenmals

Fabian Kunow
Slideshow
Referat von Dr. Sylvia Butenschön
Referat von Dr. Sylvia Butenschön

Am 19. Juli 2016 fand vor Ort, im Figurentheater Grashüpfer, unsere Abendveranstaltung zur Geschichte des Treptower Parks und des sowjetischen Ehrenmals statt. Anlass war die Diskussion über die mögliche Nutzung dieses Gartendenkmals durch das kommerzielle Musikfestival „Lollapalooza Berlin“ im September.
Bevor der Umgang mit dem öffentlichen Berliner Stadtgrün und die Nutzung des Treptower Parks – der mit dem sowjetischen Ehrenmal auch einen großen russischen Soldatenfriedhof beherbergt – konkret thematisiert wurden, gab es zunächst Hintergrundinformationen zu diesem besonderen Berliner Ort. Denn die Frage, was eine angemessene Nutzung dieser Anlage und eben kein „Missbrauch“ ist, lässt sich nur mit einem Blick in die Historie beantworten.
Diesen gab die Gartenbauhistorikerin und Denkmalpflegerin Dr. Sylvia Butenschön von der TU Berlin mit einem Vortrag über Geschichte und Bedeutsamkeit der Anlage. Seit der Entstehung des Treptower Parks wurde dieser von Massenveranstaltungen genutzt. Ob Demonstrationen und Kundgebungen vor und während des 1. Weltkriegs, große Ausstellungen oder Rockkonzerte mit zehntausenden Teilnehmenden zum Ende der DDR – Großveranstaltungen fanden immer wieder auf dem Gelände statt. Der Treptower Park stünde immer noch und sei auch nicht vernutzt, so Butenschön.
Dem widersprach Prof. Dr. Helga Köpstein, Autorin des Buches "Die Sowjetischen Ehrenmale in Berlin". Sie verwies auf die tausenden Toten, die am Ehrenmal liegen, und darauf dass sie schon zu DDR-Zeiten gegen die Konzerte auf der danebenliegenden Wiese war.
Noch deutlicher antwortete Dr. Klaus von Krosigk, der vor seiner Pensionierung beim Landesdenkmalamt Berlin die Gartendenkmalpflege leitete. Er machte deutlich, was für Schätze die Gartendenkmäler in Berlin sind, die immer wieder durch den Druck der Politik Nutzungen zugeführt werden. Dadurch würden die Gartendenkmäler beschädigt bzw. nicht im Sinne der Gestalter zurückgelassen. Hier verwies von Krosigk besonders auf den Tiergarten, der immer wieder als Kulisse für privat-kommerzielle Events entwertet wird. Dazu konnte auch der Moderator Dr. Thomas Flierl einige Anekdoten aus seiner politischen Laufbahn erzählen.
Ausführlich wollte das Publikum mitdiskutieren. Eine große Mehrheit sprach sich gegen die derzeitigen Planungen von „Lollapalooza Berlin“ aus und mahnte einen anderen Umgang mit den Berliner Parkanlagen an.

Marx 200
Ladenlokal der Stiftung Helle Panke