Bericht des Vorstandes

Berichterstatter: Prof. Dr. Klaus Steinitz, Vorstandsvorsitzender

Wir können heute, auch im 21. Lebensjahr der Hellen Panke, für die abgelaufene Wahlperiode von fast drei Jahren (Januar 2009 bis November 2011) mit Freude und auch etwas Stolz feststellen, die Helle Panke lebt nicht nur, sie hat sich weiter stabilisiert und entwickelt. Sie hat ihren festen und anerkannten Platz in der Landschaft der politischen Bildungsarbeit Berlins gehalten und ist aus der linken Bildungsszene nicht mehr wegzudenken.

Wir konnten an die vorausgegangene Entwicklung anknüpfen und diese im Wesentlichen fortsetzen. So gelang es den Anteil Jugendlicher und jüngerer Menschen und der Menschen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren an den Besuchern der Veranstaltungen zu erhöhen. 2010 konnte ein Besucheranstieg unter den 30-60jährigen Teilnehmern von rund 1.000 – von 3.450 auf fast 4.500 ‒ verzeichnet werden. Auch der Anteil Jugendlicher und jüngerer Menschen an unseren Bildungsveranstaltungen hat sich, äußerlich sichtbar, positiv verändert. Wir können damit aber keineswegs zufrieden sein und müssen uns weiter um Verbesserungen bemühen

Zu den stabilen, positiven Ergebnissen der letzten Periode (2009-2011) können wir vor allem rechnen: das Angebot einer breiten, vielfältigen Palette interessanter Bildungsveranstaltungen auf den wichtigsten Feldern der gesellschaftlichen Entwicklung, die auch fast alle Politikfelder der Linken betreffen. Hervorzuheben sind weiter die in den meisten Veranstaltungen angestrebte enge Verbindung grundlegender Fragen der Geschichte und der Gegenwart mit Zukunftsvorstellungen und die deutlich verstärkte Integration Berliner Probleme in unsere Bildungsarbeit. An der stärkeren Präsenz der Hauptstadtprobleme in unserem Veranstaltungsangebot haben die Arbeitsgruppe Metropolenpolitik und die Unterstützung des Landesvorstandes der LINKEN, insbesondere von Klaus Lederer, und der Fraktion der LINKEN im Abgeordnetenhaus, insbesondere von Felix Lederle, einen entscheidenden Anteil.

Die Wirksamkeit der Hellen Panke erstreckt sich nicht nur auf die Kopenhagener Straße, sondern auf viele andere, insgesamt 29 verschiedenen Orte Berlins. Dies trägt wesentlich zur berlinweiten Ausstrahlung der Hellen Panke bei. Hier sind vor allem zu nennen: die Veranstaltungen des Seniorenklubs im Karl Liebknecht Haus, die Tegeler Dialoge zur Demokratie, die „Kreuzberger Diskurse“, der Rote Bock unter Leitung von Diether Dehm, das Marzahner Gesellschaftspolitische Forum und die Veranstaltungen im Max-Lingner-Haus nach der Wiedereröffnung vor gut einem halben Jahr.

Wir sehen auch, dass die Ost-West-Trennung hinsichtlich der Besucher geringer geworden ist. Die Veranstaltungen am Sitz der „Hellen Panke“ werden auch von Besuchern aus dem Westteil genutzt, so dass wir heute mit Recht von der Hellen Panke als einem politischen Bildungsverein für Gesamtberlin sprechen können. Die Helle Panke strahlt auch über die Landesgrenze Berlins hinaus in das Umland aus, nicht nur durch TeilnehmerInnen, sondern auch durch Veranstaltungsorte, wie in Werftpfuhl, Potsdam und anderen Orten im Land Brandenburg.

Die wichtigste Veranstaltungsart der Hellen Panke, gewissermaßen ihr Aushängeschild, waren und sind die Abendveranstaltungen. In den Jahren 2007 und 2010 führten wir jeweils 235 Abendveranstaltungen durch, die 2007 von 9.000 und 2010 von 11.000 Teilnehmern besucht wurden. Bis zum heutigen Tag zählten wir in diesem Jahr 8.300 Besucher, das bedeutet bis Ende des Jahres voraussichtlich etwa 9000 Besucher,

Dieser seit dem II. Quartal d.J. zu verzeichnende Rückgang im Jahr 2011 betrifft die Gesamtheit der Teilnehmerzahlen an den Veranstaltungen und stellt einen Bruch in der bisher erzielten stabilen Entwicklung dar. Hierauf hat wahrscheinlich eine Vielzahl von Faktoren eingewirkt, die von der Auswahl der Themen, die das Interesse der potenziellen Besucher treffen, der Festlegung der geeigneten Veranstaltungsarten, der Anziehungskraft der ReferentInnen, den zusätzlichen politischen Veranstaltungen in einem Wahljahr bis zur erhöhten Konkurrenz zwischen verschiedenen Bildungsträgern reichen. Der Vorstand hat im Zusammenwirken mit der Geschäftsstelle begonnen, die von uns beeinflussbaren Faktoren zu analysieren, um daraus notwendige Schlussfolgerungen abzuleiten.

Ergänzend zu diesen Wertungen ein paar knappe Bemerkungen zu den Projektreihen. Es gibt eingeführte und angenommene, thematisch klar umrissene Reihen wie die Kulturdebatte im Salon, die Lateinamerika-Reihe, die Reihe zur Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Reihe Politische Bildung, deren Veranstaltungen alle im Durchschnitt bei rund 30 Teilnehmern liegen, die Vernissagen in der Galerie (durchschnittlich 50 Besucher) oder die Denkmaltour (durchschnittlich 30 Besucher) Diese Teilnehmerzahlen waren in den letzten Jahren relativ konstant.

In einigen Reihen gibt es jedoch starke Schwankungen in den Besucherzahlen und teilweise gravierende Rückgänge. Es gibt auch eine unterschiedliche Akzeptanz verschiedener Veranstaltungsarten, Konferenzen, Workshops, Seminare, wobei ihre Dauer eine Rolle spielt (Eintages-, Zweitages- und Dreitageskonferenzen oder Seminare).

Die Lateinamerika-Reihe ist an die Stelle der sehr kostenaufwendigen Konferenzen zu Lateinamerika (Flugpreise, Simultanübersetzung etc.), die immer mehr den Charakter von Fachtagungen annahmen, getreten. Mit ihr, die zu einem auch von Botschaftern angenommenen Ort der Öffentlichkeitsarbeit geworden ist, erreichen wir ein größeres Publikum und können flexibler auf Themenvorschläge reagieren. Gleichzeitig gibt es Berührungspunkte zu Themen der Jugendbildung.

Themen zu kulturellen Fragen und den Exkursionen sollte im nächsten Jahr wieder erhöhte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Hier waren die Ergebnisse dieses Jahres nicht befriedigend. Fortschritte wurden wie bereits erwähnt vor allem beim stärkeren Aufgreifen brennender Probleme Berlins mit Hilfe der Arbeitsgruppe Metropolenpolitik und aktiver Unterstützung der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus erreicht.

Besondere Höhepunkte in diesem Jahr waren die Veranstaltung im Planetarium zum 20. Jahrestag der Hellen Panke, die LiMA (Linke Medienakademie) mit über 1200 Teilnehmern (darauf werde ich noch zu sprechen kommen). Fruchtbar für die Ausstrahlung unseres Vereins waren mehrere Veranstaltungen, die wir in Kooperation mit anderen Trägern durchgeführt haben, Veranstaltungen wie das Festival für Musik und Politik gemeinsam mit dem Verein Lied und soziale Bewegung, die 4. Marx-Herbstschule gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Veranstaltung zur Geschichte des Auswärtigen Amtes gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg. Wir werden diese Kooperationsbeziehungen weiter vertiefen, erweitern sie doch unsere Kontakte. Unsere langjährige Förderung des Festivals Musik und Politik hat z.B. dazu beigetragen, dass Künstlerinnen und Künstler uns bei der Organisation des 20jährigen Vereinsjubiläums so engagiert unterstützt haben.

Neu war dieses Jahr die Organisation der Tagung Historical Materialism. Diese Tagung wurde durch unseren Projektleiter für die Reihe "Vielfalt des sozialistischen Denkens" Frank Engster und unser Kuratoriumsmitglied Frieder Otto Wolf angeregt. Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung waren geprägt von einer neuen Qualität der Zusammenarbeit verschiedener Projekte unseres Vereins. So wurde ein Workshop unseres Arbeitskreises Linke Metropolenpolitik mit der Tagung Historical Materalism auf eine unkomplizierte Weise zusammengeführt. Nach Aussagen einiger Beteiligter war dies auch eine gute Gelegenheit WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen zusammenzubringen. Für unsere ausländischen Gäste bot sich auf sehr interessante Weise die Möglichkeit, das Wirken linker Politik praktisch kennen zu lernen. Gerade dieses Beispiel zeigt auch, dass die aktive Einbeziehung Jugendlicher unseren Verein in dieser Generation attraktiver macht.

Nennen möchte ich auch die Konferenz „Ökonomische Lehre und Forschung in der DDR und im vereinigten Deutschland“ im Oktober 2011, auf der erstmalig seit der „Wende“ Wirtschaftswissenschaftler der verschiedenen ökonomischen Lehr- und Forschungseinrichtungen der DDR sich kritisch mit den Erfahrungen, Problemen und auch mit den Zukunftsanforderungen auf ökonomischem Gebiet auseinandergesetzt haben. Daran nahmen über 150 Interessenten teil.

Der neu zu wählende Vorstand sollte sich mit der differenzierten Entwicklung der verschiedenen Reihen und anderen Erfahrungen der letzten Jahre befassen, um Schlussfolgerungen für die zukünftige Planung zu ziehen. Hier sollen einige genannt werden:

1. Konzentration auf zwei/drei komplexe Höhepunkte wie die bereits erwähnten Veranstaltungen im Rahmen der Linken Medienakademie, des Festivals Musik und Politik und der mit der Sommeruniversität vergleichbaren Tagung Historical Materialism,

2. Stärkere Nutzung der Abendveranstaltung zur Vermittlung und fortgesetzten Debatte interessanter Tages-Konferenzthemen (z.B. in der Abstimmung zwischen Historical materialism und der Reihe „Vielfalt sozialistischen Denkens“),

3. effektivere Nutzung der verfügbaren finanziellen Mittel für eine hohe Qualität der Bildungsveranstaltungen, das bedeutet u.a. weitere Verschiebung der Proportionen von mehrtägigen Konferenzen und Workshops zu Gunsten eintägiger bzw. solcher, die mit einer Abendveranstaltung beginnen und am nächsten Tag fortgesetzt werden. Dabei sollte auch die notwendige bzw. zweckmäßige Anzahl von Referenten sorgfältig geprüft werden. Unsere Erfahrungen haben deutlich gezeigt, dass es keinen unmittelbaren Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl der ReferentInnen auf der einen und der Qualität und Attraktivität der Veranstaltungen auf der anderen Seite.

4. Stärkere Verbindung zwischen Projekten und Projektleitern, die miteinander Berührungspunkte haben sowie zwischen interessanten Projekten und der Publikation ihrer Ergebnisse in den Schriftenreihen des Vereins, um die Inhalte der Veranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

5. Verantwortung der Projektleiter für eine bessere zeitliche Verteilung der Veranstaltungen über das ganze Jahr,

6. Langfristige Bewerbung von Veranstaltungsreihen.

Wir gehen davon aus, dass die politische Bildung stets auf der Höhe der Zeit stehen muss, die Veranstaltungen die aktuelle Entwicklung in der Welt, in Europa, in Deutschland und in Berlin widerspiegeln sollten. Deshalb möchte ich einige Anforderungen, die sich aus den veränderten objektiven Verhältnissen und Wirkungsbedingungen der Linken hervorheben, die bei der Evaluierung unserer Bildungsveranstaltungen der letzten Jahre und vor allem in der Planung der zukünftigen Bildungsangebote unbedingt zu berücksichtigen sind.

· Vertiefung der Systemkrise des Kapitalismus, engere Verflechtungen zwischen den verschiedenen Teilkrisen, Verschärfung der Umweltkrise, tiefgreifende Veränderungen in der Weltwirtschaft,

· Zuspitzung von Problemen der europäischen Integration, insbesondere der Eurozone, Schuldenkrise,

· DIE LINKE hat jetzt ein auf dem Erfurter Parteitag beschlossenes Parteiprogramm, das sich in unseren Bildungsveranstaltungen sowohl hinsichtlich der darin enthaltenen grundlegenden Einschätzungen, Ziele und Aufgaben als auch der noch weiter zu diskutierenden Probleme deutlich widerspiegeln sollte.

· Der Widerspruch zwischen den größeren Problemen und Herausforderungen und der Schwäche der Linken in Europa und auch in Deutschland sollte in unseren Veranstaltungen beachtet werden, einschließlich Überlegungen zu den daraus zu ziehenden Konsequenzen;

· Die parlamentarische Vertretung der LINKEN ist schwächer geworden insgesamt in der Bundesrepublik und auch in Berlin. Die LINKE ist nicht mehr Regierungspartei in Berlin und hat keinen Bezirksbürgermeister mehr, woraus sich für die Helle Panke als Berliner Landesstiftung Konsequenzen, voraussichtlich auch finanzieller Art, ergeben.

· Stärkere Beachtung der Vielfalt linker Subjekte, die in den verschiedenen Bewegungen und Aktionen der letzten Jahre sichtbar geworden sind.

Ausgehend von diesen veränderten Bedingungen und den größeren Herausforderungen an die politische Bildungsarbeit 2012/13 sollten folgende inhaltliche Komplexe und Probleme ein größeres Gewicht im Bildungsangebot der Hellen Panke erhalten. Das soll am Beispiel des der Wirtschafts- und Sozialpolitik gezeigt werden, gilt aber entsprechend, unter Beachtung deren Spezifik, ebenfalls für andere Reihen.

· Fragen, die mit der Fortführung der Diskussion zu wichtigen Problemen des Parteiprogramms verbunden sind; (u.a. Eigentumsfrage; Rolle Erwerbsarbeit, Herausbildung eines zukunftsfähigen Systems sozialer Sicherheit, widersprüchliche Beziehungen zwischen ökonomischem Wachstum, ökologischer Nachhaltigkeit und Finanzierung des Sozialstaats);

· die Systemkrise des Finanzmarktkapitalismus und die Verflechtungen zwischen den verschiedenen Krisenprozessen sowie Konsequenzen, die sich daraus für die Transformation in eine zum Kapitalismus alternative Gesellschaft ergeben;

· Perspektiven der EU – Anforderungen ihrer Demokratisierung, der stärkeren Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik, einer stärkeren sozialen und ökologischen Ausrichtung;

· Die sozialen Bewegungen heute und die Beziehungen der LINKEN zu ihnen, dabei insbesondere Analyse der Veränderungen in den Forderungen der sozialen Bewegungen, in ihrer Organisation, in den teilhabenden Akteuren sowie Konsequenzen, die sich daraus für die Linken ergeben

Insgesamt gilt es bei der Auswahl und auch bei der Formulierung der Themen eine stärkere Öffnung zu neuen und zu aktuellen Problemen des Lebens, der Arbeit und der politischen, sozialen und ökologischen Auseinandersetzungen, die die Menschen besonders interessieren. anzustreben, Dabei müsste es besonders darum gehen, Themen aufzugreifen, die die Interessen und Bedürfnisse der heute lebenden jüngerer Menschen treffen.

Auf zwei Komplexe möchte ich etwas näher eingehen, die Jugendbildung und die LiMA.

Jugendbildung

In der zurückliegenden Wahlperiode wurde in der Hellen Panke der Bereich für die Jugendbildung erheblich erweitert. Die finanziellen Ressourcen für Maßnahmen der Jugendbildung wurden ab Mitte 2008 aufgestockt. Aus den bereitgestellten Mitteln wurde eine halbe Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter bereitgestellt, der für die Organisation und Leitung der Jugendarbeit verantwortlich ist und sich in seiner Tätigkeit auf den Arbeitskreis Jugendbildung stützt. Es wurden deutlich mehr Seminare und Abendveranstaltungen auch mit mehr Teilnehmern durchgeführt.

Im Jahr 2007 wurden von der Hellen Panke vier Jugendveranstaltungen mit insgesamt 56 Teilnehmenden durchgeführt. 2010 hatten die Seminare und Kurse immerhin 208 und die Abendveranstaltungen rund 300 Teilnehmer, somit insgesamt über 500 Teilnehmer. 2011 wird dieses Niveau bei den Seminaren und Kursen voraussichtlich wieder erreicht. Bei den Abendveranstaltungen ist jedoch ein Rückgang eingetreten.

Während es früher immer wieder vorkam, dass Jugendveranstaltungen ausfallen mussten, weil sich nicht genügend Interessierte angemeldet hatten, gibt es dies seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Stattdessen empfehlen Jugendliche die Seminare weiter und nehmen auch später an Seminaren zu anderen Themen wieder teil. Einige haben begonnen, sich beim Verein Helle Panke zu engagieren, u.a. im Arbeitskreis Jugendbildung und in dem für die Lateinamerikareihe zuständigen Arbeitskreis. Dadurch ist es gelungen, das Profil der Lateinamerikareihe zu erweitern und junge Leute als neue Besucher zu gewinnen.

Um die Qualität der Jugendveranstaltungen zu bewerten, werden alle Seminare auf der Grundlage von Fragebögen evaluiert. Die Rückläufe sind in aller Regel positiv und die Teilnehmer beteiligen sich mit Vorschlägen für neue Themen an der Gestaltung des Programms.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Jugendbildung sind mit mehreren jugendpolitischen Gruppen und Initiativen vernetzt und entwickeln die Seminarthemen gemeinsam mit denjenigen, die sie erreichen wollen. Sie bringen sich auch aktiv ins Jugendbildungsnetzwerk bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung ein, diskutieren dort ihre Konzepte und kooperieren mit anderen Bildungsträgern. In diesem Jahr haben wir drei Jugendseminare und eine Abendveranstaltung gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern reflect! e.V. und Bildungswerk Politik und Kultur realisiert.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Jugendbildung auf einem guten Weg ist, wofür allen Beteiligten Dank gebührt – dem Arbeitskreis Jugendbildung, den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle, unseren Kooperationspartnern, den Gastreferentinnen und -referenten und den Jugendlichen, die zu den Veranstaltungen kommen.

Gleichwohl gibt es unseres Erachtens noch beträchtliche Potenziale zur Verbesserung der Jugendbildung. Das Verhältnis zwischen dem Einsatz finanzieller Ressourcen und der Anzahl der Teilnehmer ist noch nicht optimal. Es gibt auch noch beträchtliche Möglichkeiten, den Kreis der zu gewinnenden jugendlichen Teilnehmer zu erweitern. Das gilt ebenso für die einzubeziehenden ReferentInnen und TeamerInnen.

Wir sollten es auch als unsere gemeinsame Aufgabe ansehen, Jugendliche und jüngere Menschen nicht nur für die speziellen Jugendveranstaltungen zu gewinnen, sondern auch für die anderen Bildungsangebote der Hellen Panke, die meist auch für jüngere Menschen von Interesse sind.

Die Linke Medienakademie e.V.

Die Linke Medienakademie entwickelte sich unter Verantwortung von Christoph Nitz im Laufe der Jahre vom Einzelworkshop zu einer jährlichen Großveranstaltung in der Hauptstadt mit Ablegern in allen Bundesländern. Seit 2004 findet einmal im Jahr die LiMA in Berlin statt. Seit Herbst 2008 bietet sie in Kooperation mit anderen Bildungsträgern auch Weiterbildungen in verschiedenen Bundesländern an. Das thematische Angebot reicht von Textwerkstätten über Fotokurse bis hin zu PR- und Rhetoriktrainings. Zu den Zielgruppen zählen ehrenamtliche und hauptberufliche Medienschaffende. Die LiMA ist ein Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Hellen Panke.

Das Interesse an der 8. LiMA übertraf die schon hohen Erwartungen: Mehr als 1200 Menschen zeigten mit ihrer Teilnahme am größten linksalternativen Medienkongress im Land, dass es noch viele Menschen gibt, die sich als Linke aktiv in die Medienarbeit einbringen wollen. Die achte Auflage des Kongresses bewies, dass das Konzept „Weiterbildung mit Eventcharakter“ Jahr für Jahr mehr Attraktivität hervorbringt.

Vier Tage öffnete die Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW)) ihre Türen. für die Zeichen sich wandelnder Medienwelten. Unter dem Titel „GRENZENlos“ suchten die Teilnehmer nach neuen Chancen, die sich vor allem durch das Web 2.0 für Medienschaffende ergeben.

In der Werkstatt des Kongresses wurden rund 700 Stunden Workshops offeriert: Für Starter, Fortgeschrittene und Experten wurden Weiterbildungsangebote in allen Mediengattungen von Print über Radio und TV bis hin zu den sozialen Netzwerken, Twitter und Facebook parallel angeboten. Die Teilnehmer konnten im Vorfeld einen eigenen „Stundenplan“ für die vier Tage aufstellen. Die LiMA verbindet Weiterbildung mit Debatten und Networking.

Ein Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit der steigenden Dominanz von Lobbyisten auf der Medienagenda der Gesellschaft.

Rund 200 Veranstaltungen, Workshops, Diskussionen, Werkstätten, Kurse und Trainings regten dazu an, um die Ecke zu denken. Getreu dem Motto „GRENZENlos“ wird alles auf den Prüfstand gestellt: „Die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen zunehmend! Neue Möglichkeiten entstehen! Damit müssen auch die Grenzen im Denken fallen“, so Christoph Nitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der LiMA. Die 9. LiMA 2012 wird diese Entwicklung fortsetzen.

Für das Wirksamwerden der Hellen Panke sind die Tätigkeit des Vorstands und der Geschäftsstelle und insbesondere deren Zusammenarbeit entscheidend. Der Vorstand hat seine Aufgaben insgesamt erfüllt. Seine Wirksamkeit müsste noch effektiver werden. Dazu ist es erforderlich, dass jedes Vorstandsmitglied stärker als bisher die Aufgaben und Gesamtinteressen der Hellen Panke in der politischen Bildungsarbeit wahrnimmt Aus dem Vorstand ist Michaela Klingberg ausgetreten. Christina Kaindl und Julian Plenefisch, die nicht mehr für den neuen Vorstand kandidieren werden, beteiligten sich im letzten Jahr kaum noch an der Vorstandsarbeit. In diesem Jahr gab es in der Geschäftsstelle größere Schwierigkeiten vor allem durch den Ausfall von Peter Welker infolge längerer Krankheit und mehrere Umstrukturierungen und personelle Veränderungen. Peter Wagenknecht und Wladislaw Hedeler scheiden Ende des Jahres aus der Geschäftsstelle aus. Seit Mai arbeiten Gorm Witte, seit Anfang Juli Alexander Amberger und seit Anfang Oktober Birgit Ziener neu in der Geschäftsstelle,

Das Zusammenwirken von Vorstand und Geschäftsstelle enthält auf jeden Fall Potenziale zur Erhöhung der Wirksamkeit und Effizienz unserer Arbeit. Dies erfordert Anstrengungen auf beiden Seiten vor allem auch die weitere Förderung eines offenen, kritischen und solidarischen gegenseitigen Umgangs. Sie haben auch deutlich gemacht, dass entscheidende Veränderungen und Verbesserungen im gesamten Planungs- und Antragsverfahren für das jeweils folgende Jahr notwendig sind. Dazu wurde ein Beschlussentwurf für den Vorstand erarbeitet, der gleich nach den Vorstandswahlen im neu gewählten Vorstand beraten und beschlossen werden soll.

Bei den Beziehungen zwischen der Hellen Panke und der RLS Bundesstiftung kann von einer grundsätzlich positiven und konstruktiven Zusammenarbeit im gesamten Berichtszeitraum ausgegangen werden Aber auch hier gibt es Reserven für eine Verbesserung, u.a. die rechtzeitige und verbindliche Abstimmung von Terminen für Konferenzen und Abendveranstaltungen, um zu verhindern, dass zu ähnlichen Problemen Dopplungen und terminliche Überschneidungen auftreten. Dies betrifft auch eine wirksamere Zusammenarbeit bei der Gestaltung der Veranstaltungen zu Fragen der aktuellen Politik.

Öffentlichkeitsarbeit und Nutzung des Internet

Fortschritte wurden in der Öffentlichkeitsarbeit erzielt. Insbesondere nutzen wir dazu die Darstellung unseres Vereins im Internet. Die Homepage des Vereins wurde um wichtige Funktionen erweitert. Das Internet ist für uns eine effektive und preisgünstige Form, die Arbeit unseres Vereins für die Öffentlichkeit darzustellen. Wir fordern alle Vereinsmitglieder auf, dieses Angebot stärker zu nutzen. Regelmäßig informieren wir über unseren Newsletter über die Veranstaltungen, über die Neuerscheinungen in unseren Publikationsreihen. Facebooknutzern empfehle ich unsere Facebookseite. Anregungen in der letzten Mitgliederversammlung, Auszüge unserer Publikationen in die Homepage einzustellen, wurden aufgenommen. Neu sind Tonaufnahmen einzelner Veranstaltungen. Dies ist natürlich mit viel Arbeit verbunden. Wir bitten daher alle Vereinsmitglieder diese Angebote zu popularisieren. Seit 20 Jahren ist das gedruckte Monatsprogramm der Hellen Panke eine kaum wegzudenkende Informationsquelle über Veranstaltungen des kommenden Monats. Über die Form und die Gestaltung wurde schon viel im Vorstand und in der Geschäftsstelle diskutiert. Hier müssen in der nächsten Zeit Entscheidungen getroffen werden, die natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den einzusetzenden finanziellen Aufwand sein werden.

Die Arbeit des Kuratoriums in der Wahlperiode 2009–2011

Das Kuratorium hat in der Wahlperiode vier Sitzungen durchgeführt, der Vorsitzende Rolf Hecker hat an fast allen Vorstandssitzungen aktiv und engagiert teilgenommen. Die Schwerpunkte der Beratungen des Kuratoriums lagen bei der inhaltlichen Diskussion der jährlichen Antragsentwürfe an die Stiftung Klassenlotterie und der Umsetzung der wichtigsten Projekte. Das Kuratorium sieht seine Aufgabe entsprechend der Satzung darin, den Vorstand und die Geschäftsführerin zu beraten und als Mitglieder selbst aktiv in der Hellen Panke zu wirken. Alle Kuratoriumsmitglieder sind nach ihren Möglichkeiten dieser Aufgabe gerecht geworden. Es gibt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden und der Geschäftsführerin. Für die nächste Wahlperiode wird angeregt, jährlich eine gemeinsame Sitzung von Vorstand und Kuratorium zur Planung durchzuführen, um eine stärkere Einflussnahme des Kuratoriums auf das inhaltliche Profil und eine ausgewogenere inhaltliche Breite der Projekte zu gewährleisten.

Finanzielle Situation mit Ausblick auf 2012 und 2013

Auch in der Zukunft bleibt die Sicherung der finanziellen Basis eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche politische Bildungsarbeit. Für das Jahr 2012 haben wir eine Bestätigung der Zuwendungen für die geplanten Projekte durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und auch durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung erhalten. Die institutionelle Förderung des Landes Berlin für unseren Verein wird hoffentlich in der alten Höhe wieder gewährt werden. Für unsere Arbeit auf dem Gebiet der politischen Bildung werden wir insgesamt, einschließlich Personalaufwendungen und Verwaltungskosten ca. 600.000 Euro zur Verfügung haben. Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass das Wahlergebnis der LINKEN Auswirkungen auf die finanzielle Situation in den Jahren ab 2013 haben wird.

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir in diesem Jahr rund 3000 Euro durch Mitgliedsbeiträge, 3.250 Euro durch Geldspenden und 4.800 Euro aus dem Verkauf der Bücher eingenommen. Hier möchten wir ausdrücklich den ehrenamtlichen HelferInnen danken, die auch die Pflege unserer Buchbestände übernommen haben. Langfristig können diese Mittel dabei helfen, die kontinuierliche Arbeit des Vereins zu sichern.

In diesem Jahr haben wir durch unsere eigenen Publikationen insgesamt 5.500 Euro eingenommen. Bei einer Schutzgebühr von 3,00 Euro je Heft entspricht dies rund 1800 Hefte und ist auch ein Ausdruck für die Beliebtheit unserer Angebote. Besonderer Dank gilt hierfür dem verantwortlichen Redakteur unserer Reihen Peter Welker und den vielen Autoren. Die Qualifizierung unserer Publikationen wird auch in den nächsten Jahren ein wichtiger Bestandteil der Vorstandsarbeit bleiben.

Abschließend Dank an alle Mitglieder und Förderer des Vereins, an Vorstandsmitglieder und MitarbeiterInnen der Geschäftsstelle sowie besonders an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Wir können ungeachtet einiger noch nicht gelöster Probleme insgesamt zufrieden auch auf die vergangene fast dreijährige Wahlperiode zurückblicken. Wir haben, davon bin ich überzeugt, alle notwendigen Voraussetzungen, um den zukünftigen größeren Herausforderungen, die vor unserem Verein stehen und über die ich gesprochen habe, gerecht zu werden: Einen heute neu gewählten starken und bestimmt auch leistungsfähigen Vorstand, eine Geschäftsstelle mit engagierten MitarbeiterInnen, die nach einiger Einarbeitungszeit beweisen werden, dass sie die Aufgaben erfüllen können, ehrenamtliche HelferInnen, einen großen Pool von kreativen, initiativreichen ProjektleiterInnen und ReferentInnen und nicht zuletzt gute, stabile und kameradschaftliche Beziehungen zu unserer Mutterstiftung, der rls, und zum Landesvorstand der uns nahestehenden Linkspartei. Sie haben uns bisher bei der Lösung der Probleme geholfen und werden das sicher auch in Zukunft tun. So können wir mit realistischer Zuversicht auf die nächste Zeit schauen.

Ladenlokal der Stiftung Helle Panke