Helle Panke Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Der lange Marsch. Partisanen und Soldaten im russischen Bürgerkrieg.

Mit einem Text von Gawril Wassiljewitsch Enborissow und einem Nachwort von Nadja Rosenblum

Herausgegeben und übertragen von Wladislaw Hedeler

Berlin
BasisDruck Verlag 2009
PAMPHLETE Nr. 17

Konstantin Paustowski (1892-1968) hätte – nach Iwan Bunin und Boris Pasternak – der dritte russische Nobelpreisträger für Literatur werden sollen. Das war 1965. Den Preis aber bekam dann, nach massiven Interventionen der sowjetischen Regierung, Michail Scholochow. Anstelle des Preises hielt er 1967 die ersten Bücher der Ausgabe seiner Werke in acht Bänden in den Händen – überraschend auch für die Sowjetöffentlichkeit, die ihn, selbst nach Stalins Tod, nur als eher »sanften Aquarellisten« mit lyrischer Prosa kannte.

Blücher war bis zum Beginn des Großen Terrors neben Michail Tuchatschewski und Iona Jakir der prominenteste Militär der Sowjetunion. Sein Stern sank, als die Besondere Fernost-Armee am 31. August 1938 – nach den Kämpfen gegen die Japaner am Chasansee – aufgelöst und Blücher unter Moskauer Befehl gestellt wurde; zwei Monate später saß er schon als Gefangener in Lefortowo.

Paustowskis Buch war gerade fünf Monate in der Öffentlichkeit, da wurde sein Held, der fünfte Marschall der Sowjetunion, am 9. November 1938 im Moskauer Lefortowo-Gefängnis totgeschlagen. Mit dem Marschall verschwand auch Paustowskis Skizze über Blücher.

(Aus dem Nachwort von Nadja Rosenblum)