Helle Panke Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Der deutsche Kommunismus. Selbstverständnis und Realität 1918/19 bis 1946.

Band 3: Im Krieg (1939-1949)

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Unter Mitarbeit von Elke Reuter, Ruth Stoljarowa, Günter Benser, Hans Coppi, Gerald Diesner und Wladislaw Hedeler

Karl Dietz Verlag
Berlin 2009
430 Seiten
29,90 Euro
ISBN 978-3-320-02149-8

Die neue linke Geschichtswissenschaft in Deutschland meldet sich nachdrücklich zu Wort: vier Bände zur Geschichte der KPD vom 31.12.1918 bis zum 20.April 1946 liegen vor. Keine Beschlüsse einer Parteiführung orientieren sie. Die Autorinnen und Autoren werden geleitet von dem Leipziger Geschichtswissenschaftler Klaus Kinner. Sie haben in der DDR ihre Ausbildung und ihre Sozialisation erhalten. Sie wurden nach 1989 verjagt aus wissenschaftlichen Funktionen, von Lehrstühlen, aus dem akademischen Lehrbetrieb, ihre Forschungsprojekte wurden zertrümmert. Der Artikel 5 des Grundgesetzes von der Freiheit der Wissenschaft und des Wortes galt nicht für sie.

Hier schreibt nicht mehr eine Altgarde in machtgeschützter Innerlichkeit, sondern die nächste Wissenschaftlergeneration, die sich mühselig ihr Brot verdient. Ausschließlich wissenschaftlicher wie politischer Verantwortung folgend, haben sie dieses recht ehrgeizige Vorhaben verwirklicht.

Sie wirken im Umfeld der Partei Die Linke. Stalins Tod 1953 haben sie nicht beweint. Sie waren zu jung. Bereichert wird diese Gruppe durch Frau Ruth Stoljarowa und Günter Benser.

Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems und der DDR war es unumgänglich geworden, auch historisch alles auf den Prüfstand zu rufen. Es ging um nicht weniger als um eine neue Legitimierung der Linken. Neuen theoretischen Bedürfnissen war zu entsprechen.

Das Bild, das wir heute von der KPD haben, ist anders als etwa jenes aus dem Jahr 1970: Wir wissen vom Ende der Partei. Wir haben ungleich mehr Quellen aus den Archiven zur Verfügung. Massiv werden neue Fragen an die Geschichte dieser Partei gestellt.

Gleichwohl flossen Ergebnisse von mehr oder minder internen Diskussionsprozessen aus den Jahren der DDR mit ein, als die Situation in der offiziellen Parteigeschichtsschreibung zur KPD immer unerträglicher wurde.

AUS: Rolf Richter: Bruch mit dem Stalinismus Zum Erscheinen der Geschichte der KPD in vier Bänden